"Pimp my Integration": Wien startet Projekt

Projekt in Wien: "Pimp my Integration".
Projekt in Wien: "Pimp my Integration". ©Bilderbox.at
Ab 25. Oktober findet die zweiteilige Projektreihe "Pimp my Integration" in Wien statt.

Wie jener “postmigrantische Kulturraum”, den sich die beiden Wiener Koalitionspartner SPÖ und Grüne für die Bundeshauptstadt vorgenommen haben, genau aussehen soll, ist noch ungewiss. Ab 25. Oktober soll jedoch in einer “Pimp my Integration” genannten, zweiteiligen “Projektreihe postmigrantischer Positionen” eine Bestandsaufnahme versucht werden, was es in- und außerhalb der Stadt an Kulturarbeit zu dem Themenkomplex gibt.

Sonderfinanzierung für “Pimp my Integration”

150.000 Euro hat die Stadt Wien an Sonderfinanzierung für die bis 10. Februar dauernde Veranstaltungsreihe locker gemacht – Geld, das es zusätzlich gibt und niemandem aus der Theaterszene weggenommen wird, wie man heute, Donnerstag, auf einer Pressekonferenz in der Garage X am Petersplatz versicherte.

Die beiden künstlerischen Leiter der Garage X, Harald Posch und Ali Abdullah, kuratieren gemeinsam mit Asli Kislal und Carolin Vikoler vom Kunst- und Kulturverein “daskunst” die von Podiumsdiskussionen und Publikumsgesprächen begleitete Projektreihe, die nicht nur in der Garage X stattfindet: Mit Ausflügen etwa ins interkulttheater, in das 3raum-Anatomietheater oder den Dschungel Wien wird “eine Bestandsaufnahme, was es hier bereits gibt” (Abdullah), vorgenommen und mit internationalen Produktionen u.a. von den beiden Berliner Kulturzentren “Ballhaus Naunynstraße” (“Schnee”) und “Heimathafen Neukölln” (“Arabboy”) ergänzt. Insgesamt gibt es 25 Programmpunkte. “Es sind sehr unterschiedliche Positionen”, mit denen alte, überholte Bilder ein Update bekämen, sagte Kislal. Es gehe darum, gemeinsam herauszufinden, “was Wien braucht”.

“Es gibt kein Modell, das wir copy-paste übernehmen könnten”, sagte Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S), der unterstrich, wie wichtig es sei, dass Wienerinnen und Wiener mit Migrationshintergrund “auf der Bühne, hinter der Bühne und im Zuschauerraum” mehr Raum bekämen: “Die migrantische Realität spiegelt sich viel zu wenig im öffentlichen, kulturellen und medialen Leben wieder.” Die Bestellung von Shermin Langhoff, der Leiterin des Ballhaus Naunystraße, zur Co-Leiterin der Wiener Festwochen sei ein Ausdruck der größeren Wichtigkeit, die man dem Thema beimesse, ebenso wie die Förderung des Projekts “Die Reise”, das unlängst im Volkstheater Premiere hatte. Ähnlich der Kultursprecher der Wiener Grünen, Klaus Werner-Lobo: “Es geht nicht um mehr Kultur von Migranten für Migranten, sondern darum, sichtbar zu machen, welchen Reichtum Menschen, die unterrepräsentiert sind, für die Stadt mitbringen.”

“Pimp my Integration” als wichtiger Lernprozess

Einig zeigten sich Politiker wie Kuratoren, dass man die Gefahr einer Ghettobildung unbedingt vermeiden müsse. Deswegen sei die “Pimp my Integration“-Reihe ein wichtiger Lernprozess mit offenem Ende. Ob der zu schaffende “postmigrantische Kulturraum” dann “etwas mit vier Mauern rundherum” oder etwas, das die ganze Stadt umfasse, sein werde, ließe sich noch nicht sagen. Bloß eines scheint sicher: “Die Garage X wird dieser postmigrantische Kulturraum nicht”, versicherte Harald Posch im Gespräch mit der APA. Man begrüße alle diesbezüglichen Anstrengungen, habe aber schon bisher entsprechende Themen als selbstverständlichen Teil des eigenen Programms gesehen und arbeite auch mit zahlreichen Künstlern mit Migrationshintergrund. “Ich halte das für das Wichtigste”, so Posch.

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