"Pietro Lombardi tut mir leid"

Die Sängerin hat ihre Kindheit nachgeholt und ist wieder zu den Eltern gezogen. Jetzt startet sie mit 20 ein Comeback. Mit dem Seitenblicke Magazin sprach sie über Erfolg, Missgunst und die Castingshow-Falle.

Das Tattoo im Gesicht? Das ist weg. Sängerin LaFee hat sich verändert. Sie ist erwachsener geworden, im Aussehen ebenso wie musikalisch. Nach drei Alben, großem kommerziellem Erfolg und drei “Echos” hatte sie sich zwei Jahre Pause verordnet. Mit ihrem Album “Frei” ist sie jetzt wieder voll da.

Seitenblicke: Du hast dich zwei Jahre lang zurückgezogen. Was hast du gemacht?

LaFEE: Ich habe versucht, Zeit nachzuholen: an den See fahren, ins Kino gehen, mal auf eine Party ? ganz normale Sachen. Schließlich bin ich im Musikbusiness, seit ich 14 Jahre alt bin. Und ich muss sagen, ich habe mich sehr wohl gefühlt in der Rolle eines ganz normalen Menschen. (Lacht.)

War das nicht ein seltsames Gefühl: Gerade noch von tausenden Fans bejubelt und plötzlich wohnt man wieder bei den Eltern?

Ich wohne allein, seit ich 16 bin. Und auch jetzt mit 20 wieder. Aber in den zwei Jahren bei den Eltern fand ich es cool, wieder Kind sein zu dürfen. Wieder daheim zu schlafen, und Mama steht morgens nach dem Aufstehen in der Küche und fragt: Na, wollen wir zusammen frühstücken? Wenn du alleine wohnst, fragt dich das keiner. Ich habe mich wieder geborgen gefühlt.

Begonnen hast du deine Karriere einst beim “Kiddy Contest”.

Ich muss schmunzeln, wenn ich heute auf Video sehe, wie ich damals das auf “Handy” umgetextete “Mandy” von Barry Manilow gesungen habe. Eine schöne, unbeschwerte Zeit. Natürlich hatte ich Ziele. Aber keinen Druck. Deshalb war es auch kein Fehler, so früh durchzustarten. Ich habe daneben ja sogar die Schule abgeschlossen. Das war der Deal mit meinen Eltern, damit ich überhaupt Sängerin werden durfte.

Haben das deine Mitschüler auch toll gefunden?

In der Schule regierte natürlich der pure Neid. Wobei meine Klasse mich vor Anfeindungen extrem in Schutz nahm, das hätte ich nie gedacht. Aber beim Rest merkte man schon, dass mir den Erfolg nicht jeder gönnt. Da wurde oft schlecht geredet.

Was hältst du heute von Castingshows?

Ich hatte Glück und wurde entdeckt, das ist wie ein Sechser im Lotto. Sonst hätte ich mich vielleicht auch bei einer Castingshow wie “Deutschland sucht den Superstar” beworben. Aber danach bist du halt abgestempelt. Pietro Lombardi etwa. Persönlich nicht mein Fall, meiner Meinung nach gab es Bessere. Ich glaube, wenn der Hype vorbei ist, wird er keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen. Das tut mir für ihn genauso leid wie für alle “DSDS”-Leute.

(Seitenblicke Magazin/Foto: dapd, EMI Music Austria)

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