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Piano-Mann: Kein Betrug

Die Familie des aus Bayern stammenden Piano-Manns Andreas Grassl (20) hat bestritten, dass er seinen Gedächtnisverlust nur vorgetäuscht hat.

„Mein Sohn ist kein Betrüger“, sagte der Vater Josef Grassl (46) aus Prosdorf im Kreis Cham der britischen Zeitung „The Daily Telegraph“ (Mittwochausgabe). Andreas sei psychisch krank und werde ärztlich behandelt.

„Was genau passiert ist, wissen wir nicht.“ Der Anwalt der Familie, Christian Baumann, sagte der Zeitung „The Sun“, es stimme auch nicht, dass das englische Krankenhaus, in dem Andreas behandelt worden sei, Schadensersatz verlange: „Das ist einfach nicht wahr. Wir haben mit dem Krankenhaus gesprochen, und die erheben keine solche Forderung.“

Der Fall des Piano-Manns hatte weltweit Schlagzeilen gemacht. Im April war der Unbekannte völlig durchnässt an der englischen Kanalküste gefunden worden. Er sprach kein Wort, spielte nach Zeitungsberichten aber sehr gut Klavier. Am vergangenen Freitag brach er dann plötzlich sein Schweigen und gab sich als Deutscher zu erkennen.

Die deutsche Botschaft in London informierte die Eltern, die ihren Sohn im Mai als vermisst gemeldet hatten. Vom Piano-Mann hatten sie aber nie gehört. „Wir arbeiten seit 25 Jahren auf unserem Bauernhof und haben keine Zeit, Urlaub zu machen, Fernsehnachrichten zu schauen oder Zeitung zu lesen“, sagte Vater Grassl dem „Daily Telegraph“.

Der Anwalt widersprach auch einem britischen Zeitungsbericht, wonach Andreas gar nicht Klavier spielen kann. „Er hat sich das Keyboardspielen selbst zu Hause beigebracht und kann mehrere Melodien, wenn er auch zugegebenermaßen kein Virtuose ist.“

Ein Freund berichtete, Andreas sei in der Schule sehr gut gewesen und nach seinem Zivildienst in einem Krankenhaus in Saarbrücken nach Frankreich gegangen. Nach Angaben des Anwalts begannen dort seine psychischen Probleme. Wie er nach England gelangt sei und ob er dort versucht habe, Selbstmord zu begehen, wisse er jetzt selbst nicht mehr.

Die britische Presse berichtete am Mittwoch insgesamt verständnisvoll über das Schicksal des jungen Mannes und machte ihm keine Vorwürfe mehr. Der Vater äußerte sich im „Daily Mirror“ sehr positiv über die Behandlung seines Sohnes durch englische Psychologen: „Wir sehen bei ihm einen großen Unterschied zu früher. Ich werde Andreas mit mir nach England nehmen und ihnen meinen Sohn zeigen und sagen: „Seht mal her, es geht ihm jetzt besser.“ Aber ich werde ihnen das natürlich nie zurückzahlen können.“

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