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Philomena - Trailer und Kritik zum Film

Bei den Filmfestspielen von Venedig hat "Philomena" für tosenden Applaus und viele Tränen gesorgt - und dennoch ging der Film im Festivalgetümmel ein wenig unter. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Dabei ist Stephen Frears’ neues Werk (ab 28. Februar im Kino) ein echter Glücksfall für das europäische Arthaus-Kino, wie es ihn nur selten gibt: bewegend, dramatisch, humorvoll, leichtfüßig, mit viel Herz und stets auf Augenhöhe.

Philomena: Die Geschichte

Die Geschichte des Films basiert nicht nur auf wahren Begebenheiten, sie ist auch so erschütternd wie unfassbar. Eine 17-jährige Irin, die ungewollt ein Kind bekommt, wird im Frauenkloster ihres Kindes beraubt und versucht 50 Jahre später, ihren Anthony – der im Alter von drei Jahren von den Nonnen zur Adoption freigegeben wurde – wieder zu finden. Die Suche scheint hoffnungslos – bis Philomena (Judi Dench) auf Martin Sixsmith (Steve Coogan) trifft.

Der BBC-Journalist hat gerade seinen Job verloren und beschließt nach anfänglicher Skepsis nachzurecherchieren, auch wenn er sich nicht gerade für “Human Interest”-Geschichten zuständig fühlt. Doch der Hintergrund der teuflischen Nonnen macht den abgebrühten Zyniker doch neugierig – und so reist er mit der leicht naiven und immer noch in Gott vertrauenden Dame in die USA, um das Verschwinden ihres Sohnes zu klären.

Das Duo der gottesfürchtigen alten Lady und des smarten Journalisten sorgt für ein Leinwandduett der Sonderklasse: Judi Dench, nicht umsonst für einen Oscar nominiert, ist eine kongeniale Hauptdarstellerin, die Schmerz ohne Sentimentalität und aufrichtigen Glauben ohne Heiligenschein zu verkörpern imstande ist. Und der Komödiant Steve Coogan ist ohnehin einer der unterschätztesten Mimen des Königreichs.

Philomena: Die Kritik

Coogan ist es auch zu verdanken, dass “Philomena” überhaupt verfilmt wurde. Er war als Produzent die treibende Kraft hinter dem Film, schrieb gemeinsam mit Jeff Pope das Drehbuch und vermag in seinem nuancierten Mienenspiel sowohl den trockenen britischen Humor als auch die tragische Dimension des Stoffes unterzubringen. Gemeinsam mit Regisseur Stephen Frears (“High Fidelity”, “Die Queen”) gelingt ihm mit “Philomena” ein kleines Kino-Meisterstück.

Frears inszeniert den Film intelligent und feinfühlig, nimmt sich völlig zurück, lässt den Darstellern und der Geschichte ihren Raum. Er predigt nicht, drückt nicht noch drauf, sondern setzt auf eine konventionelle und sicher nicht sonderlich originelle Inszenierung – aber das ist in diesem Fall auch nicht notwendig. Wer im Kino gerne lacht und weint, wird sich bei “Philomena” gut aufgehoben fühlen. Bei den Oscars am 2. März ist der Film insgesamt vier Mal, u.a. als beste Produktion, nominiert.

Eine Nominierung gilt unterdessen auch dem besten adaptierten Drehbuch, das auf dem Buch “Lost Child Of Philomena Lee” des echten Martin Sixsmith basiert. Passend zum Kinostart erscheint die Geschichte des verlorenen Kindes unter dem Titel “Philomena: Eine Mutter sucht ihren Sohn” auch auf Deutsch.

(APA)

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