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Pflegeheim Kirchstetten: Weitere Leichen werden exhumiert

Rund 10 Leichen sollen exhumiert und auf Medikamente untersucht werden.
Rund 10 Leichen sollen exhumiert und auf Medikamente untersucht werden. ©APA/HELMUT FOHRINGER
In einem Pflegeheim Kirchstetten sollen Heimbewohnern Kreislauf schwächende Mittel verabreicht worden sein. Exhumierungen sollen weitere Indizien bringen.

In der Causa Pflegeheim Kirchstetten (Bezirk St. Pölten-Land) wird es in den kommenden Wochen “vermutlich weitere Exhumierungen” geben. Leopod Bien, Erster Staatsanwalt in St. Pölten, hat am Freitag einen Online-Bericht des “Kurier” bestätigt. “Von der Größenordnung ja”, sagte er zu der genannten Zahl von zehn Exhumierungen.

Es handle sich um eine “bevorstehende Maßnahme”, sagte Bien. Details könne er nicht nennen. Dass überlegt werde, ob in der Causa weitere Exhumierungen von anderen möglichen Opfern notwendig seien, hatte Staatsanwalt Karl Wurzer bereits am 23. September gesagt.

Führte Präparat zum Tod?

Schon im vergangenen Jahr waren auf Friedhöfen in Niederösterreich und Wien zwei Leichen exhumiert wurden. Bei den Untersuchungen sei laut Gutachten ein entwässernd wirkendes Arzneimittel festgestellt worden, bestätigte die Staatsanwaltschaft St. Pölten vor knapp drei Wochen. Untersucht worden waren die Leichen von zwei Heimbewohnerinnen, die 2015 bzw. 2016 gestorben waren. Die blutdrucksenkende und damit den Kreislauf schwächende Wirkung eines entwässernden Medikaments könnte “den Todeseintritt (…) erheblich begünstigt haben”, stellte der Gutachter laut “Kurier” fest, zumal dieses Präparat einer der Frauen in den Monaten vor ihrem Tod nicht verordnet worden sei.

Ehemalige Pflegekräfte in Verdacht

Erhebungen in der Causa richten sich gegen fünf ehemalige Pflegekräfte des Heims. Der Fall war im Oktober 2016 angezeigt worden. Die Mitarbeiter bestritten die Vorwürfe. Im September vergangenen Jahres wurde bekannt, dass zwei der Verdächtigen in der Folge in einer Pflegeeinrichtung in Wien tätig waren. Dies sorgte neben deren kurzfristiger Festnahme für Diskussionen um die rechtlichen Möglichkeiten eines vorläufigen Berufsverbots.

(APA/red)

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