Pflege: Mazal für steuerfinanziertes System

Der Arbeits- und Sozialrechtler Wolfgang Mazal hat sich wie auch Sozialminister Buchinger für ein steuerfinanziertes Modell bei den künftig im Pflegebereich zu erwartenden hohen Mehrkosten ausgesprochen.

Ein Versicherungs-Modell wäre nur durch eine Belastung der Arbeitskosten möglich, dies halte er für einen “nicht zukunftsträchtigen Weg”. Durch eine Finanzierung über Steuern würden Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen begünstigt. Dies werde freilich Zeit brauchen: “Hier ist ein mittelfristiges Szenario notwendig, weil man nicht von heute auf morgen die Milliarden herbeikarren kann, ohne gravierende Verwerfungen im System zu erzeugen.”

Gleichzeitig glaubt Mazal, dass es mit Umschichtungen alleine nicht getan sein wird: Auch weiterhin werde ein großer Teil der Pflege innerhalb der Familie erbracht werden müssen. Denn wenn man nur auf öffentliche Gelder setze, “wird das unser Gesamtsystem überfordern.” Buchinger hatte am Dienstag eine von der in seinem Ressort angesiedelten Arbeitsgruppe zur Pflegefinanzierung in Auftrag gegebenen Wifo-Studie präsentiert. Demnach werden die Pflegekosten bis ins Jahr 2030 von derzeit 3,26 Mrd. Euro pro Jahr auf bis zu 9,98 Mrd. Euro im Jahr 2030 ansteigen – eine Steigerung um bis zu 200 Prozent. Noch gar nicht eingerechnet sind dabei allfällige Maßnahmen wie eine Valorisierung des Pflegegeldes.

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