Pfingsten in Wien ganz im Zeichen Haydns

Ausstellung im Haydnhaus in Wien
Ausstellung im Haydnhaus in Wien © APA
Mit dem 200. Todestag von Joseph Haydn am 31. Mai steuert das Haydn-Jahr auch in Wien und Umgebung auf seinen Höhepunkt zu.

Dass er auf den Pfingstsonntag fällt, bringt allerdings nicht nur abendliche Festkonzerte sondern auch zahlreiche Pfingst-Hochämter mit der Vielfalt der Haydn‘schen Sakralmusik hervor. Im Haydn-Haus wird unterdessen gleich während des gesamten Wochenendes mit Vorträgen, Kinderführungen und Nachwuchskonzerten gefeiert, in der Akademie der Wissenschaften gehen die “Haydn-Vorlesungen” in die nächste Runde und klingen am Sonntagabend in einer Originalklang-Aufführung der “Schöpfung” aus.

Hier, im Festsaal der alten Universität und heutigen Akademie der Wissenschaften, wurde die “Schöpfung” am 27. März 1808 uraufgeführt. Am Todestag des Komponisten steht nun Martin Haselböck am Pult seiner Wiener Akademie und des Wiener Singvereins, schon am Nachmittag nähern sich die “Haydn-Vorlesungen” mit vier Experten zum Thema “Die Schöpfung” weiter dem Phänomen Haydn an.

Weniger akademisch, dafür aber umso kinderfreundlicher geht es bei dem “Fest für Joseph Haydn” in Haydns Wohnhaus in Wien-Mariahilf zu. Samstag (30. Mai) und Sonntag stehen jeweils schon ab 10 Uhr im Zeichen des Jubilars: Neben der Live-Übertragung des Ö1-Klassik-Treffpunkts aus dem Haydn-Haus sind Kinder- und Erwachsenenführungen durch die Ausstellung “Haydns letzte Jahre”, die Eröffnung des historisch gestalteten Gartens und zahlreiche Konzerte geplant.

Rund um den Todestag steht allerdings auch Haydns Tod, Begräbnis sowie die skurrile Geschichte rund um seinen Schädel im Zentrum einiger Veranstaltungen. “Joseph Franz Haydns unruhige Ruhestätte am Hundsturmer Friedhof” lautet etwa der Titel einer kleinen Ausstellung, die am 28. Mai im Bezirksmuseum Meidling eröffnet wird. In der Augustinerkirche gedenkt man ebenfalls am 28. Mai mit dem Mozart-Requiem, das Napoleon, der kurz vor Haydns Tod in Wien einmarschiert war, nachträglich zu Haydns schlichtem Begräbnis in der Schottenkirche aufführen ließ.

In den Wiener Kirchen ist Haydn zu Pfingsten allgegenwärtig: Schon am Vorabend zum Todestag wird im Stephansdom eine “Haydn-Serenade” dargebracht, in der Augustinerkirche geht die Aufführung aller 13 Messen Haydns im Pfingsthochamt mit der “Harmoniemesse” weiter. Diese letzte Messe Haydns steht auch in der Schubertkirche auf dem Pfingstprogramm, beliebt ist auch die “Paukenmesse”, die in Peters- und Ulrichskirche erklingt. Im Sommerrefektorium der Michaelerkirche spielt das Haydn-Quartett in der Todesnacht die “Russischen Quartette”.

Auch rund um die Hauptstadt wird Haydn – gebürtiger Niederösterreicher – zum Todestag umfassend gewürdigt. So spielt in der Kulturfabrik Hainburg Roland Batik die drei Klavierkonzerte Haydns in Begleitung des Kammerorchesters “Camerata allegro vivo” unter Bijan Khadem-Missagh, mit dem “Musikfest Schloss Weinzierl” fällt ein eigenes Festival genau auf das Pfingstwochenende – und in jenem Schloss, an dem Haydns erste Streichquartette entstanden. Das Altenberg Trio Wien wird das Kammermusikfest gemeinsam mit dem Auryn Quartett, dem Klarinettisten Lars Wouters van den Oudenweije, dem Bratschisten Wladimir Kossjanenko und dem österreichischen Kontrabassisten Alois Posch gestalten.

Bei den Barocktagen auf Stift Melk – die heuer im Zeichen des anderen Jahresregenten Georg Friedrich Händel stehen – erklingt Haydn mit der Symphonie Nr. 8. durch das “Collegium Musicum Den Haag” unter der Leitung von Claudio Ribeiro. Schon ab Anfang Juni geht dann der Reigen der österreichischen Sommerfestivals los – die heuer von Salzburg bis Innsbruck und über die vielen kleineren Musikfeste ein reichhaltiges Menü von Gedenkprogrammen kredenzen.

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