AA

Pferde leiden in schlechter Haltung unter Ekzemen

Über 70 Pferde leiden auf schlammigen Koppeln unter Ekzemen in Oberösterreich.
Über 70 Pferde leiden auf schlammigen Koppeln unter Ekzemen in Oberösterreich. ©Pfotenhilfe
In schlammigen Schneekoppeln gehaltene Shire Horses in der Gemeinde Waldzell (Bezirk Ried im Innkreis) leiden seit Monaten an unbehandelten Ekzemen an den Fesseln. Die Krankheit könnte laut Pfotenhilfe tödlich enden.
Pferde leiden in schlechter Haltung

Im schlammigen Schnee harren über siebzig Shire Horses auf einer Koppel in der Gmeinde Waldzell (Bezirk Ried im Innkreis) aus. Nur ein kaputtes Zirkuszelt dient ihnen als Unterstand. Durch diese Haltung auf nassem Untergrund und ihre lange Behaarung an den Fesseln leiden die Tiere mittlerweile unter Mauke - einem schmerzhaftem Ekzem.

Die Pferde leiden unter Mauke. ©Pfotenhilfe

Pferde leiden in Schlamm und Schnee unter Ekzemen

Seit Ende letzten Jahres sei laut Gemeinde Waldzell die zuständige Bezirkshauptmannschaft von einer tierquälerischen Pferdehaltung im Ort in Kenntnis, doch geändert habe sich für die armen Tiere seither offenbar nichts, so ein Zeuge, der die Tierschutzorganisation Pfotenhilfe verständigt hat. "Die Bilder und Videos sind alarmierend", ist Pfotenhilfe-Chefin Johanna Stadler entsetzt, "Die dutzenden Shire Horses, die dort teils dauerhaft in tiefem Morast gehalten werden, sind wegen ihres langen Beinfells, dem so genannten Fesselbehang, besonders anfällig für die Infektion, weil sich die Mischung aus Schlamm, Kot und Urin dadurch an die Fesseln klebt. Ohne Wechsel auf einen befestigten Boden, abscheren des Fesselbehangs sowie intensive, tägliche Behandlungen mit Salben und Verbänden bekommt man die schmerzhafte Krankheit nicht weg."

Doch geschehen sei laut Pfotenhilfe derzeit noch nichts, denn die Tiere vermehren sich dort auch noch weiter, obwohl jetzt schon viel zu wenige Stallungen und befestigte Koppeln für die über 70 Pferde vorhanden seien. Zeugen hätten auch einige Fohlen gesehen.

Die Tiere stehen auf schlammigen Koppeln. Ihr Fell ist verklebt. ©Pfotenhilfe

Schmerzhafte Ekzeme könnten unbehandelt sogar tödlich enden

Zudem warnt die Pfotenhilfe davor, dass die Krankheit unbehandelt sogar tödlich enden kann, weil es zu einer Blutvergiftung kommen kann.  Außerdem zeigen die Bilder ein teils bereits eingestürztes Zirkuszelt, das als Unterstand gänzlich ungeeignet ist, weil der Boden aus einem mit Urin durchtränkten Schlamm-See besteht, obwohl trockene, weiche Liegeflächen vorgeschrieben sind. Durch die eingestürzten Zeltgestänge und aus dem Boden ragende Teile besteht auch hohe Verletzungsgefahr für die Pferde, weshalb es laut Gemeinde dafür längst ein Benützungsverbot gebe. Laut Bezirkshauptmannschaft würden vor Ort laufend amtstierärztliche Kontrollen stattfinden. Bei wöchentlichen Nachschauen verschiedener Zeugen konnten aber bis zuletzt keine Verbesserungen festgestellt werden.

Ein desolates Zirkuszelt mit schlammigem Boden dient den Pferden als Unterstand. ©Pfotenhilfe

Pfotenhilfe fordert in Anzeige Hilfe für Pferde von einem Tierarzt

"Nachdem der Halter offensichtlich nicht selbst Abhilfe schafft, muss die Behörde schnellstmöglich ein Ausweichquartier organisieren sowie geeignete Betreuer, die die leidenden Tiere unter Anleitung eines Pferdetierarztes umgehend versorgen und von ihren Schmerzen befreien. So haben wir es auch bereits in unserer Anzeige gefordert und auch Hilfestellung durch unseren auf Pferde spezialisierten Tierarzt angeboten", so Stadler abschließend.

(Red)

  • VIENNA.AT
  • Österreich
  • Pferde leiden in schlechter Haltung unter Ekzemen
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen