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Peymann kritisiert Streit um Handke

Claus Peymann &copy APA
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Claus Peymann, ehemaliger Burgtheater-Direktor und jetziger Intendant des Berliner Ensembles, kritisiert die Ereignisse rund um die Zu- und mögliche Aberkennung des Heine-Preises an Peter Handke scharf.

In einem Interview mit der morgen erscheinenden Ausgabe des Magazins „News“ sagt er: „Der jetzt entbrannte Streit hat bei aller Fürchterlichkeit vielleicht auch ein Gutes. Wir erkennen, dass Meinungsfreiheit auch im Westen nicht mehr besteht.“ Handke habe seiner Meinung nach „nicht nur den Heine Preis verdient – jetzt hilft nur noch der Nobelpreis!“

„Der Heine-Preis wäre in seiner doppelten Funktion – nämlich ein literarischer wie auch ein Preis für Zivilcourage zu sein – mit Handke richtig besetzt gewesen“, sagt Peymann, „Handke ist ein wahrhaft aufrechter Mensch, der sich so verhält, wie sich Intellektuelle gefälligst zu verhalten haben. Menschen wie Günter Grass, Martin Walser oder Sartre vertreten ihre Meinung und knicken nicht ein.“

Dem Burgtheater fehlen nach Peymanns Ansicht derzeit „Geist, Herz, Leidenschaft und Wut“. Bezüglich der Bachler-Nachfolge sagt er: „Unter den gegebenen Umständen wird man sich in Wien wahrscheinlich zwischen Matthias Hartmann (derzeit Zürich, Anm.) und dem sehr interessanten Ulrich Khuon (derzeit Thalia-Theater Hamburg, Anm.) entscheiden. Aber wahrscheinlich wird es wohl Hartmann. Er wird es gut machen, aber es wird ihn künstlerisch ruinieren. Das Theater verzeiht Treulosigkeit nicht. Hartmann hat es immer viel zu eilig – und zu wenig Skrupel. Er ist schon viel zu schnell von Bochum nach Zürich gegangen. Jetzt hat er dort kaum den Koffer ausgepackt und beginnt schon mit Wien zu flirten.“

Für das Burgtheater „passe“ Hartmann: „Er ist ausreichend clever, hat ein dichtes Netzwerk, guten Instinkt und ist so geschickt, dass man ihn umgehend an das böse Wiener Herz drücken wird. Ob es für ihn künstlerisch richtig ist, weiß ich nicht. Für Wien ist er die optimale Entscheidung. (…) Jedenfalls ist Hartmann tausendfach besser als die alerte Management-Direktion von Bachler.“

Auch zu den anderen kolportierten Kandidaten fällt Peymann einiges ein: „Ulrich Khuon wäre schwieriger, komplexer, weniger glanzvoll, nicht auf Anhieb der Erfolgreiche. Er hat am Thalia Theater tolle Schauspieler und die besten jungen Regisseure. Kusej hat vielleicht immer noch Außenseiterchancen. Wenn in Österreich das patriotische Herz mal wieder zuschlägt, könnte man sich diesen Vergewaltiger noch eher wünschen als den gestylten Spielplan der Frankfurterin (Elisabeth Schweeger, Anm.). Für die große Regisseurin Andrea Breth ist es tragisch. Sie ist eine leidenschaftliche Künstlerin, und ich bin immer dafür, dass Künstler die Theater leiten. Ich weiß, dass sie es gern hätte werden wollen, aber sie hätte sich in Wien damit keinen Gefallen getan. Vielleicht findet sie ja doch noch den Weg an ein anderes Theater… Vielleicht in Berlin. Für das Berliner Ensemble wird ein Nachfolger gesucht. Ich gehe in zwei, drei Jahren.“

Die Ernennung Robert Meyers zum Volksoperndirektor hält Peymann für eine Fehlentscheidung: „Da haben sich die beiden Spezis Morak, Meyer und Co. eine solide Altersversorgung zugeschoben. Beide sind ja groß geworden im damaligen Krieg gegen Peymann und jede Erneuerung der Burg. Andererseits ist es nur konsequent, jemanden zu holen, der überhaupt keine Ahnung von Oper und Theaterleiten hat. Wahrlich wieder eine Bankrotterklärung der Kulturpolitik. Gegen Meyer wird ja sogar Holender, der Bademeister von der Staatsoper, zum Übermann. Andererseits: Meyer hat einen Dickkopf, das ist seine Chance.“

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