Petrovic sucht neuen Standort für Tierschutzhaus

Ökonomisch nicht haltbare Sanierung und rechtlicher Hickhack mit der Gemeinde Vösendorf veranlassen Präsidentin Madeleine Petrovic, einen neen Standort für das Wiener Tierschutzhaus zu suchen.

Am kommenden Samstag feiert Madeleine Petrovic (52) ihr einjähriges Jubiläum als Präsidentin des 160 Jahre alten Wiener Tierschutzvereines. Finanziell habe sich der lange gebeutelte Verein seit ihrem Antritt durchaus gefestigt. “Es geht uns nicht rosig, aber wir sind, was die nächsten Jahre betrifft, halbwegs sicher”, unterstrich Petrovic im APA-Interview. Probleme mache allerdings das marode Tierschutzhaus, das definitiv nicht mehr zu sanieren sei. Hier müsse man einen neuen Standort finden.

Die Zahl der Mitglieder bleibe mit 20.000 zwar stabil und das Budget habe von 4,4 auf 4,6 Mio. Euro gesteigert werden können. Allerdings merke man die Wirtschaftskrise und die Entscheidung von Finanzminister Erwin Pröll (V), Spenden an Tierschutzorganisationen nicht steuerlich absetzbar zu machen. Zumindest zu Jahresbeginn sei das Aufkommen um ein Viertel zurückgegangen.

Noch größere Probleme macht der kontaminierte Standort des Tierschutzhauses am Gelände der ehemaligen Raffinerie Vösendorf. Die Mauern seien vollkommen durchnässt und verschimmelt. Eine Sanierung sei zumindest “wirtschaftlich ausschließbar” und würde das Vielfache eines Neubaus kosten. Außerdem habe Vösendorf bereits klargestellt, dass man im Falle eines Teilabrisses keinen Neubau bewilligen werde: “Ohne Sanierung der Altlast wird dort keine Genehmigung mehr erteilt.”

Bei einem Neubau setze man selbstredend auf verschiedene Finanzierungsquellen wie Sponsoren und private Spender, es sei jedoch auch die Stadt gefragt: “Deshalb hoffe ich sehr, dass man sich im Rathaus einen Ruck gibt.” Schließlich sichere man auch rund 85 Arbeitsplätze und arbeite äußerst kostengünstig: “Würde die Stadt so was in Eigenregie machen, kostet das locker fast das Doppelte.” In jedem Falle könne das im Besitz der Stadt Wien befindliche Gelände nach einem Abzug des Tierschutzhauses saniert und wieder verkauft werden.

“Ich will nicht übermäßig lästig sein”, betonte die Tierschutzvereinschefin. Für einen Neubau benötige man jedoch eine Vorlaufzeit von mindestens drei Jahren, weshalb die Zeit dränge. Dieser solle dann energetisch optimiert sein, wofür sie derzeit Konzepte ausarbeite: “Wo Leben ist, ist Hoffnung.”

Bei der Stadt zeigt man sich vorerst noch bedeckt, hält jedoch an dem schon seit längerem geplanten Bau einer zweiten Einrichtung für Wien fest. “Es gibt nach wie vor, den Plan ein weiteres Tierschutzkompetenzzentrum im Norden Wiens zu errichten”, unterstrich eine Sprecherin der zuständigen Stadträtin Sandra Frauenberger (S).

Bezüglich der Absiedelungswünsche des Tierschutzvereines seien nach wie vor viele technische und rechtliche Fragen offen. Man werde sich zunächst die vom Verein in Auftrag gegebenen Gutachten ansehen, bevor man irgendwelche Entscheidungen treffen könne. Der Bedarf nach einer vernünftigen und sachbezogenen Diskussion sei sicher gegeben, zugleich gestalte sich die Situation komplex.

 

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