Pensionen: Kürzer arbeiten liegt im Trend

Die Wirtschaftskammer bemüht sich mit ihrem neuen Pensionsmodell, die Österreicher zu einer längeren Verweildauer im Erwerbsleben zu bewegen. Schlecht ist die Idee nicht, wenn man sich die aktuellen Zahlen des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger ansieht. Denn die Zahl derer, die vor dem gesetzlichen Pensionsalter in den Ruhestand treten, ist um ein Vielfaches höher als die jener, die über den 60. bzw. 65. Geburtstag hinaus arbeiten.

Im September gab es laut Hauptverband gerade einmal 5.722 Männer, die älter als 65 sind und trotzdem noch im Arbeitsleben tätig waren, Selbstständige ausgenommen. Bei den Frauen, die mit mehr als 60 Lenzen am Buckel im Berufsleben standen, sind es immerhin 16.000. Diese Zahlen sind verschwindend klein, bedenkt man, dass insgesamt 1,8 Millionen Männer und 1,6 Millionen Frauen beschäftigt sind.

Nach den Daten der Sozialversicherung sind es vor allem leitende Angestellte oder Beamte, die über das gesetzliche Pensionsalter hinaus tätig sind. Relativ klein ist die Gruppe der Arbeiter. 1.127 männliche Arbeiter und 5.000 weibliche sind über das Regelpensionsalter hinaus beschäftigt.

Dabei ist der Zuverdienst nach dem 60. bzw. 65. Lebensjahr frei, bis dahin darf man als Frührentner nur bis zur Geringfügigkeitsgrenze von 366,33 Euro verdienen, will man nicht, dass der Ruhensbezug wegfällt. Wer über die 60 bzw. 65 hinaus tätig bleibt, kann neben dem normalen Pensionsbezug und dem Arbeitseinkommen noch einen kleinen Bonus lukrieren, und zwar von 4,1 Prozent.

Während die Freude am länger Arbeiten also eine eher geringe ist, nimmt die Lust an der Frühpension kein Ende. Mit September wurden bereits 83.757 Hacklerpensionen gezählt – also Pensionen, bei denen man als Mann mit 60 und als Frau mit 55 nach 45 bzw. 40 Beitragsjahren abschlagsfrei in den Ruhestand kommt. Dazu kommen 9.912 Korridorpensionen – also Frühpensionen ab 62 (nach 37,5 Versicherungsjahren) mit Abschlägen. Schließlich zählte der Hauptverband noch 2.302 Schwerarbeiterpensionen (Antrittsalter ab 60), die jenen zu gute kommt, die während der letzten 20 Arbeitsjahre zehn davon mit besonders anstrengenden Tätigkeiten verbracht haben.

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