Pastor soll in Wien mit Drogen gedealt haben

Zwei Zeugen, zwei Versionen - die Wahrheit wird erst im August ans Tageslicht kommen
Zwei Zeugen, zwei Versionen - die Wahrheit wird erst im August ans Tageslicht kommen ©APA
Ein Pastor aus Nigeria soll laut Anklage in Wien mit Drogen gedealt haben, und das über Monate hinweg. Doch es gibt Zeugen, die das Gegenteil behaupten.

Der Geistliche bestreitet ebenfalls vehement, etwas mit Drogen zu tun zu haben. Er hat auch einen Zeugen: Ein Mithäftling berichete, dass der Beshuldigte vom angeblichen Kunden hereingelegt worden war.

Gesänge vor dem Gerichtssaal

Etwas abstrus mutete die Szenerie vor dem Gerichtssaal an, wo Freunde des Beklagten im Kreis standen und Betgesänge anstimmten. Es war nicht die erste Kundgebung dieser Art; für Pastor Joshua E. hatte es schon letzten Freitag gegenüber vom Grauen Haus eine Sympathiekundgebung gegeben.

Etwas zäher Fortgang der Verhandlung

Richter Wilhelm Mende ließ im Zuge der rund einstündigen Verhandlung immer wieder Zeugen aufrufen, die allerdings nicht erschienen waren. Grund dafür dürften Fehler bei der Zustellung gewesen sein, einige Ladungen seien laut Mende im “elektronischen Datendschungel verschwunden”.

Ein ehemaliger Zellengenosse des Pastors gab schließlich zu Protokoll, dass er von Wolfgang R., jenem Dealer, der den Geistlichen belastet, mehrmals gehört habe, dass der Angeklagte mit der Sache nichts zu tun habe. R. habe offenbar verhindern wollen, dass sein echter Lieferant ins Gefängnis müsse. “Ich weiß, dass es Joshua nicht gewesen ist, er hat R. ja gar nicht gekannt.”

R., der über zwei Monate hinweg insgesamt rund 300 Gram Kokain von E. bezogen haben will, behauptete jedoch exakt das Gegenteil und bestritt, jemals Aussagen bezüglich der Unschuld des Pastors getätigt zu haben. Aufgrund der vielen nicht erschienenen Zeugen wurde der Prozess auf den 1. August vertagt.

  • VIENNA.AT
  • Wien
  • Pastor soll in Wien mit Drogen gedealt haben
  • Kommentare
    Kommentare
    Grund der Meldung
    • Werbung
    • Verstoß gegen Nutzungsbedingungen
    • Persönliche Daten veröffentlicht
    Noch 1000 Zeichen