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Parmalat-Pleite zieht weitere Kreise

Der Parmalat-Skandal zieht immer weitere Kreise. Bei einem Verhör soll Ex-Finanzchef Tonna den Staatsanwälten von Schmiergeldern an Politiker berichtet haben.

Zudem habe der vor einer Woche festgenommene Manager mehrere italienische und ausländische Banken belastet, die enge Verbindungen zu dem insolventen italienischen Milchriesen hatten, berichtete die Mailänder Zeitung „Corriere della Sera” am Mittwoch.

„Die Aussagen über Zahlungen, mit denen man sich für Begünstigungen seitens der Banken und der Politiker bedankt haben soll, müssen jetzt überprüft werden”, sagte ein Ermittler.

Tonna habe bei dem zwölfstündigen Verhör Einzelheiten zu den Beziehungen zwischen dem festgenommenen Parmalat-Gründer Calisto Tanzi und mehreren Banken genannt. In den kommenden Tagen wollen die Staatsanwälte Vertreter der US-Geldinstitute Bank of America und Citicorp vernehmen.

Banken aus Italien, Spanien und den USA

„Es werden Ermittlungen gegen alle Banken, die in den vergangenen Jahren mit Parmalat zu tun hatten, eingeleitet”, hiess es. Neben den vier italienischen Banken Intesa, San Paolo IMI, Capitalia und Monte Paschi wurden auch Ermittlungen gegen die spanische Bank Santander Central Hispano, Bank of America, Citigroup und JP Morgan eingeleitet.

Die Ermittler wollen vor allem klären, ob die beteiligten Banken die Anleger zum Kauf von Parmalat-Bonds ermutigt haben, obwohl sie bereits über die kritische Finanzlage der Gruppe informiert waren. Auch die Ermittlungen gegen Vertreter der Buchprüfer Deloitte©&©Touche und Grant Thornton, die die Bilanzen von Parmalat abgesegnet hatten, laufen auf Hochtouren.

„Das Verhör von Tonna hat uns auch nützliche Hinweise gegeben, um einen Teil des Geldes wiederzufinden”, sagte ein Ermittler. Das Geld soll sich demnach auf noch verfügbaren Konten der Gesellschaften der Gruppe befinden.

Am Mittwoch wurde Tonna, der laut Medienberichten einen geschwächten Eindruck machte, erneut vernommen. Er beteuert hartnäckig, bei den Bilanzfälschungen nur Befehle ausgeführt zu haben, die Parmalat-Gründer Tanzi ihm gab.

Konzern zerfällt

Unterdessen hat sich in Parma der Aufsichtsrat des zum Milchkonzern gehörenden Fussball-Erstligisten AC Parma getroffen. Neben der Verabschiedung der Bilanz 2003 wird erwartet, dass Clubchef Stefano Tanzi – der Sohn des Parmalat-Gründers – und der gesamte Aufsichtsrat ihren Rücktritt einreichen.

Als insolvent erklärt werden sollen die beiden Parmalat- Tochtergesellschaften Eurolat und Lactis. Diesen Antrag hat der mit der Konzernsanierung beauftragte Top Manager Enrico Bondi am Mittwoch eingereicht.

Auch für die schwer verschuldete Tourismus-Tochter Parmatour will Bondi den Insolvenz-Status beantragen. Der hohe Schuldenberg, der auf Parmatour lastet, hatte den Parmalat-Finanzskandal im November ins Rollen gebracht.

Notiz: Folgt Extra zur Deutschen Bank.

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