Paris: Staatsbesuch von Queen Elizabeth

Zur 100-Jahr-Feier des britisch-französischen Freundschaftsvertrags wurde Königin Elizabeth II am Montag zu einem dreitägigen Staatsbesuch in Paris erwartet.

Die 77-Jährige reist mit ihrem Mann Prinz Philipp mit einem Eurostar-Sonderzug durch den englisch-französischen Kanaltunnel aus London an. Höhepunkt des ersten Tages ist eine Truppenparade auf der mit Union Jacks geschmückten Prachtstraße Champs-Elysées. Mit der „Entente Cordiale“ (etwa: herzliche Übereinkunft) vom 8. April 1904 legten die Nachbarn ihre Streitigkeiten über die Kolonialpolitik bei und beendeten ihre Fehden, deren Höhepunkt der Hundertjährige Krieg im 14. und 15. Jahrhundert war. Noch Ende des 19. Jahrhunderts gerieten Frankreich und Großbritannien in der Fachoda-Krise im Sudan aneinander. Die 1907 zur sogenannten Tripelentente mit Russland erweiterte „Entente cordiale“ legte den Grundstein der Allianz im Ersten Weltkrieg gegen Deutschland. Die fließend Französisch sprechende Queen sollte von Staatspräsident Jacques Chirac mit militärischen Ehren auf dem Concorde-Platz empfangen werden. Nach der Truppenparade auf den Champs-Elysées wollte Elizabeth II. einen Kranz am Grabmal des unbekannten Soldaten am Triumphbogen niederlegen. Abends war ein Staatsbankett im Elysée-Palast vorgesehen. Für Dienstag standen die Vorführung einer Reitschule, ein Marktbummel in einem typischen Pariser Stadtviertel, ein Treffen mit Premierminister Jean-Pierre Raffarin und ein Besuch des Louvre-Museums auf dem königlichen Programm. Am Mittwoch reist das Herrscherpaar zur Besichtigung des Airbus-Werks nach Toulouse weiter. Es ist der vierte Staatsbesuch von Königin Elizabeth in Frankreich. Bereits die erste Auslandsreise der frisch gekrönten Königin führte 1948 nach Paris. Trotz der engen Beziehungen beider Staaten kam es auch in der jüngeren Vergangenheit zu Krisen in den bilateralen Beziehungen. 1963 verhinderte Charles de Gaulle den Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG, der heutigen EU. Zuletzt führte der britische Premierminister Tony Blair sein Land an der Seite der USA in den Irak-Krieg, während der französische Präsident Chirac international als entschiedener Gegner einer Militärintervention auftrat.

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