Paris: Festnahmen bei Razzia

Die französische Anti-Terror-Polizei hat bei Razzien gegen mutmaßliche Moslem-Extremisten im Großraum Paris am Dienstag ein Dutzend Verdächtige festgenommen.

Die Razzien seien Teil von Ermittlungen der Anti-Terror-Behörden, hieß es in Justizkreisen. Nach den bisherigen Erkenntnissen deute aber nichts auf ein Netz radikaler Moslems in der Region hin. Fünf Tage zuvor war Innenminister Dominique de Villepin Befürchtungen entgegengetreten, die Pariser Metro sei als Anschlagsziel ins Visier von Moslem-Extremisten geraten. Entsprechende Hinweise der italienischen Polizei, die aus der Aufzeichnung von Telefon-Gesprächen zwischen mutmaßlichen Extremisten stammten, seien für diesen Verdacht zu spärlich.

Die Polizei stellte bei ihren Razzien den Justizkreisen zufolge eine Handfeuerwaffe und Ausrüstung für die Fälschung von Pässen sicher. Allerdings könne das eher auf kriminelle Aktivitäten, denn auf terroristische hindeuten.

Im April hatte die Polizei nach einer Bombendrohung einen U-Bahnhof in Paris geräumt und tausende Fahrgäste in Sicherheit gebracht. Es hatte sich aber um einen falschen Alarm gehandelt. Im Juli 1995 war die Pariser Metro Ziel eines Bombenanschlags, der Extremisten aus Algerien zur Last gelegt wurde. Damals wurden acht Menschen getötet und 150 Menschen verletzt.

In der vergangenen Woche hatten Ermittler bei einer europaweit koordinierten Polizeiaktion mehrere mutmaßliche Moslem-Extremisten festgenommen, die der El-Kaida-Organisation Osama bin Ladens nahe stehen sollen. Darunter soll auch einer der Planer der Bombenanschläge auf Vorortzüge in Madrid gewesen sein, bei denen am 11. März 191 Menschen getötet wurden.

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