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Parada - Trailer und Kritik zum Film

Ein greller schwuler Umzug im Stil des Christopher Street Days in Belgrad? Unvorstellbar! Gegen diese gesellschaftliche Tatsache geht die schrille Komödie "Parada" mit scharfem Witz an. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Regisseur Srdan Dragojevic lässt ausgerechnet einen homosexuellen Aktivisten und einen homophoben Ex-Gangster aufeinandertreffen, um einen schrillen Straßenumzug von Schwulen zu organisieren und zu beschützen. Am 26. Oktober startet der Film in Österreich.Während in Mitteleuropa Künstler, Politiker und Intellektuelle mit einem offenen schwulen Lebensstil wesentlich zur Liberalisierung beigetragen haben, müssen sich Homosexuelle in vielen Ländern nach wie vor verstecken. Es gibt Staaten, in denen sogar die Todesstrafe auf Homosexualität steht, in vielen anderen drohen lange Haftzeiten im Gefängnis. Dazu kommt die offene, von brutaler Gewalt begleitete Diskriminierung im Alltag. So ist es auch in Serbien.

Knallharte Filmkomödie im Kampf für Toleranz: “Parada”

Im Herbst 2010 wurden Teilnehmer einer Schwulen-Parade in Belgrad von politisch rechten Schlägertrupps angegriffen. Zunächst gab es Rufe wie “Tod den Homosexuellen”, dann wurden Molotowcocktails, Steine und Flaschen geworfen. Mehr als 140 Menschen wurden verletzt. Die offiziellen Bekundungen der Regierenden zu Toleranz haben an der schwulenfeindlichen Stimmung im Land wenig geändert.

Die absurde Filmstory stellt Tierarzt Radmilo (Milos Samolov) und Ex-Gangster Limun (Nikola Kojo) ins Zentrum. Limun ist Radmilo verpflichtet, weil der seinen Hund gerettet hat. Gemäß seinen Vorstellungen von Ehre muss Limun, jetzt Chef einer Sicherheitsfirma, eine Schutztruppe für die von Radmilos Freund Mirko (Goran Jevtic) organisierte Gay-Pride-Parade aufstellen. Doch dem stehen Dummheit und Intoleranz gegenüber. Limun hat keine andere Wahl, als buchstäblich handfest zu argumentieren. Das Chaos ist also programmiert.

Regisseur Srdan Dragojevic scheut nicht vor derben Gags und Fäkalhumor zurück. Die Grobheit derer, die mit Gewalt gegen Anderslebende und Andersdenkende vorgehen, wird mit wirklich knallhartem Witz attackiert. Das ist zwar nicht feinsinnig, aber ungemein wirkungsvoll. Die in westeuropäischen Demokratien irritierende Botschaft wird dabei überdeutlich: Gegen Prügel helfen keine Argumente, da muss zurückgeschlagen werden.

Ganz nebenbei erkundet der Film auch den Alltag in einem Land, das nach wie vor unter dem Trauma des Krieges der 1990er-Jahre leidet. Es sind auch Angst und Hoffnungslosigkeit, die sich in der Gewalt der schwulenfeindlichen Schlägertrupps Luft machen.

Für Zuschauer, die sich der in Westeuropa und den USA üblichen “Political Correctness” verpflichtet fühlen, dürfte der Film eine Zumutung sein. Denn hier wird nicht in Demut verhandelt, hier wird mit den Mitteln der überzogenen Satire eiskalt zurückgeschlagen. Dabei zeigt sich, dass es sehr überzeugend sein kann, wenn Dummheit und Gewalt mit Klamauk niedergerungen werden.

(APA)

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