Papstbesuch: Nur 14 Prozent besuchen regelmäßig Gottesdienst

Wenn Papst Benedikt XVI. von 7. bis 9. September seinen Besuch in Österreich absolviert, dann kann er auf die Aufmerksamkeit von 5,631.587 Katholiken bauen.

Die Kirchenstatistik 2006, die der APA vorliegt, kann allerdings nur 800.514 regelmäßige Gottesdienst-Besucher verbuchen, was etwa 14 Prozent entspricht. Und nach wie vor verlassen viele Österreicher die katholische Kirche: 4.798 Eintritten stehen 36.470 Austritte gegenüber. 2005 waren es noch 44.609 Austritte gewesen.

So trist sieht es dennoch nicht aus: 52.370 Taufen gab es im vergangenen Jahr. Kirchlich geheiratet haben 12.790 Paare. Noch beliebtere Sakramente sind allerdings die Erstkommunion (61.877) und die Firmung (65.355). Zum Priester wurden im vergangenen Jahr 28 Männer geweiht, womit es nun österreichweit 4.262 Geistliche in dieser Funktion gibt. Ständige Diakone sind es derzeit 537, 36 kamen im vergangenen Jahr durch Weihen dazu.

Die Geschlechterkluft bei den Orden ist – statistisch gesehen – groß. 465 Ordensbrüdern stehen derzeit 5.017 Ordensschwestern gegenüber. Allerdings, so hieß es aus der Erzdiözese Wien, müsse man bei den Männern die Ordenspriester dazuzählen. Abseits des zölibatären Lebens kann die katholische Kirche auf eine stattliche Zahl von freiwilligen Mitarbeitern bauen: In den 3.052 Pfarren gibt es nach der Wahl in diesem Jahr 40.000 Pfarrgemeinderats-Mitglieder.

Nach wie vor stark vertreten im katholischen Leben ist die Jugend: 130.000 Jungschar-Mitglieder sind in Österreich auf 7.900 Gruppen aufgeteilt. Die Katholische Jugend zählt 150.000 Mitglieder. 765.000 Schülerinnen und Schüler besuchen den katholischen Religionsunterricht, sie werden von 8.000 Religionslehrern unterrichtet. In Österreich gibt es außerdem 334 katholische Privatschulen. Große Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es übrigens auch anderswo: So hat die Katholische Frauenbewegung (kfb) 200.000 Mitglieder, die Männerbewegung hingegen nur 40.000.

In Österreich gibt es zwei Kirchenprovinzen, Salzburg mit den Suffraganbistümern Gurk-Klagenfurt, Graz-Seckau, Innsbruck und Feldkirch, sowie Wien mit den Suffraganbistümern Linz, St. Pölten und Eisenstadt. Dazu kommt die Österreichische Militärdiözese und die Territorialabtei Wettingen-Mehrerau, ein Zisterzienserkloster mit Sitz bei Bregenz, das kirchenrechtlich direkt dem Heiligen Stuhl unterstellt und damit nicht Teil der Kirchenprovinz Salzburg ist.

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