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Papst beging Karfreitag mit Zehntausenden Gläubigen

Die Fußwaschung ist ein alljährliches päpstliches Ritual
Die Fußwaschung ist ein alljährliches päpstliches Ritual
Papst Franziskus hat am Karfreitagabend den traditionellen Kreuzweg am Kolosseum in Rom geleitet. An der abendlichen Zeremonie mit dem Pontifex vor Roms Wahrzeichen beteiligten sich Zehntausende Gläubige, Pilger und Touristen. Viele von ihnen hatten stundenlang auf den Beginn der Zeremonie vor dem Kolosseum gewartet.


Der Papst betete vor dem antiken Amphitheater im Schein von unzähligen Kerzen und Fackeln. Er folgte der Zeremonie von einem Pavillon auf dem Palatin-Hügel aus. Kardinalvikar Agostino Vallini, Stellvertreter des Papstes in der Diözese Rom, trug zu Beginn der Zeremonie das schlichte, schwarze Holzkreuz.

Die Texte für die 14 Kreuzweg-Meditationen stammten aus der Feder des Erzbischofs von Novara, Renato Corti, einem engen Mitarbeiter des verstorbenen Mailänder Kardinals Carlo Maria Martini. An der zehnten Station des Kreuzwegs – “Jesus wird seiner Kleider beraubt” – erinnert der Text auch an die jugendlichen Missbrauchsopfer. Es wird “für die Heranwachsenden, die ihrer selbst beraubt, in ihrer Intimität verletzt und barbarisch entweiht” wurden, gebetet. Zwischen den 14 Stationen wurde ein großes Holzkreuz getragen. Die Rolle der Kreuzträger übernahmen dabei Behinderte, Flüchtlinge und Migranten – darunter Iraker, Syrer, Nigerianer, Ägypter und Chinesen.

Vor Beginn des Kreuzwegs hatte der Papst mit einem Gottesdienst im Petersdom des Leidens und Sterbens Jesu gedacht. Nach Lesungen aus der Heiligen Schrift und den Großen Fürbitten stand die Verehrung des Kreuzes im Zentrum der Feier. Zahlreiche Kardinäle und Bischöfe sowie beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomaten nahmen an der Zeremonie teil.

Der Kreuzweg ist die längste der Osterliturgien und dauert beinahe drei Stunden. Er gilt als stimmungsvollste Liturgie der Karwoche. Weitere Höhepunkte der Kar- und Ostertage im Vatikan sind am Sonntagvormittag die Ostermesse des Papstes auf dem Petersplatz (10.30 Uhr) und um die Mittagszeit der feierliche Segen “Urbi et orbi”.

Auch in Jerusalem erinnerten am Karfreitag Hunderte Katholiken an den Leidensweg Jesu bis zur Kreuzigung. Viele von ihnen luden sich selbst ein Holzkreuz auf den Rücken und gingen durch die Via Dolorosa bis zur Grabeskirche, einem der wichtigsten Heiligtümern des Christentums.

Das Ostergedenken sei “großartig”, sagte Laura Samoa, die aus der Elfenbeinküste angereist war. “Es ist schon so viele Jahre her, das Jesus hier war, aber ich habe den Eindruck, er ist erneut hier.”

In diesem Jahr fallen das christliche Osterfest und das jüdische Pessach zusammen, an dem in Israel an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnert wird, wie er im Alten Testament beschrieben ist.

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