"Pankahyttn" feiert 2. Geburtstag: "Akzeptabler Kompromiss"

Die "Pankahyttn" feiert 2. Geburtstag
Die "Pankahyttn" feiert 2. Geburtstag ©vienna.at
Die "Pankahyttn" auf der Wiener Johnstraße feiert Geburtstag: Rund 20 jugendliche Punks sind seit rund zwei Jahren im Haus in Rudolfsheim-Fünfhaus untergebracht. Das Projekt hatte keinen leichten Start, mittlerweile habe sich die Situation mit den Anrainern "gut eingespielt".
Punks fühlen sich überwacht
Video: Situation im Juli 2008

Anfangs umstritten, habe sich die Situation mit den Anrainer mittlerweile “gut eingespielt”, betonte Einrichtungsleiter Heimo Lampetsreiter von “wieder wohnen”, die als Tochtergesellschaft des Fonds Soziales Wien den Bau verwaltet, am Dienstag. Die Bewohner zeigten sich ebenfalls zufrieden und sprachen von einem “akzeptablen Kompromiss, mit dem alle gut leben können”. Sie wollten das Haus ursprünglich autonom verwalten.

Im Herbst 2007 hatte die Stadt beschlossen, obdachlosen Punks eine eigene Wohneinrichtung zur Verfügung zu stellen. Die Wahl fiel auf ein renovierungsbedürftiges Haus in der Johnstraße. War beim Eröffnungsfest Mitte Jänner 2008 noch die Rede davon, dass die Nutzungsverträge bereits Ende des Monats unterschrieben werden sollten, hat sich die Vertragserarbeitung als deutlich länger herausgestellt. Laut Rampetsreiter waren die Vereinbarungen erst im vergangenen Sommer unterzeichnungsreif.

Das Modell sieht so aus, dass die Stadt als Hauptmieter fungiert, während die Bewohner für die Betriebskosten aufkommen. Die ersten Zahlungen seien bereits erfolgt, versicherte Rampetsreiter. Die “Pankahyttn” verfüge über knapp 20 Wohneinheiten, wobei sich die Betriebskosten im Bereich zwischen 110 und 160 Euro monatlich bewegten. Bei der heutigen Pressekonferenz übergaben die Bewohner die nächste Tranche medientauglich. “Damit wollen wir der Propaganda den Wind aus den Segeln nehmen, wonach wir nichts dafür zahlen”, erklärte Lotte, Cliquenmitglied der ersten Stunde, der APA.

Ein wenig Unverständnis herrsche bei ihren Punkkollegen über die Tatsache, dass das Haus nach wie vor 24 Stunden von Sozialarbeitern betreut wird. “Die sollen gerade jetzt im Winter lieber dort hingehen, wo sie wirklich gebraucht werden – auf die Straße”, so Lotte in freundlichem Ton. Von Anrainern gebe es kaum Beschwerden, vereinzelt lärmbedingt, aber man komme etwa in der Hundezone oftmals auch ins Gespräch, versicherte sie. Bestandteil der Nutzungsverträge seien auch mögliche Sanktionen bis hin zur Kündigung, wenn vereinbarte Regeln nicht eingehalten würden, hieß es. Zu einem Rausschmiss sei es aber bisher nicht gekommen, wurde versichert.

Was die Sanierung anbelangt, sind eine neue Heizung sowie Elektro- und Wasserleitungen installiert worden. Die Innenräume seien von den Bewohnern selbst auf Vordermann gebracht worden, berichtete Rampetsreiter. Mit der Renovierung der Kellerräume, der Fassade sowie der im Innenhof befindlichen Halle im Frühjahr 2010 sollen die Arbeiten dann abgeschlossen sein. In letzterer planen die Jugendlichen für Juni nächsten Jahres eine Ausstellung zum Thema “Punk in Wien”.

Eine “positive Entwicklungsbilanz” nach “enormen Geburtswehen” orteten auch die Wiener Grünen. Birgit Hebein, Klubobfrau im 15. Bezirk, freute sich via Aussendung über den “massiven Rückgang der Anrainerbeschwerden” und sprach im Zuge der geplanten Ausstellung von einer “unterstützenswerten Idee”. Die FPÖ wiederum bezeichnete die “Pankahyttn” als “teures Ärgernis”, wobei das Jubiläum “für die leidgeprüften Anrainer sicherlich kein Tag zum Feiern” sei.

Johnstr. 49, 1150 Wien

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