Pandora: "Spiel mit mir!"

(S)expertin Pandora Reithermann startet erotisch ins neue Jahr. Heute entführt sie uns in die wunderbare Welt der Sex-Toys. Und verrät auch, dass Fesseln o.k. ist, wenn Sie nur nicht zu Seidentüchern greifen...
Das ist "Pandora"

Mein erster Vibrator war ein Verbrechen an der Menschheit. Ein Verlegenheitsgeschenk einer nicht ganz so guten Freundin zum Geburtstag. Ähnlich witzig wie Plüsch-Handschellen, essbare Unterwäsche oder Körpermalfarben mit Schokoladengeschmack. Obwohl, hübsch anzusehen war er, der goldene Liebesschüttler, aber billig produziert und irgendwie saftlos. Ich packte ihn in meine Nachttischlade, und ich glaube, da liegt er noch heute, neben Kopfwehtabletten und Kondomen. Denn: in Sachen Eigenliebe verlasse ich mich zumeist auf meine Fingerfertigkeit (mein Rekord liegt unter zwei Minuten bis zum Take-Off) und wenn es um die Menage à trois „Mensch-Mensch-Maschine“ geht, sollte Qualitätsware ins Spiel kommen. Egal ob sie vibriert oder nicht. Erst vor kurzem wollte ich mein Repertoire erweitern und pilgerte deshalb in den Sexshop meiner Wahl.

Das Ergebnis: Die komplette Reizüberflutung. Dick, dünn, lang, kurz, handlich, größenwahnsinnig, aus Gummi, Glas, Plastik oder Silikon, geschwungen, gerade, doppelläufig – und in jeder nur erdenklichen Farbe. Die Verkäuferin, ein dralles Wesen mit schätzungsweise einem Kilo Metall im Gesicht, riet mir zum Porsche unter den Stimulatoren: Lelo, laut Beipackzettel „ein eleganter, mittelgroßer Vibrator, der durch stärkere und weniger starke Reize zu langanhaltenden Höhepunkten führt“.

Na, wenn das nicht verlockend klingt. Ausschlaggebend für den Kauf (sauteuer das Zeug) war das schlichte Design. Das Teil kommt extrem minimalistisch daher, irgendwie sehr Bang & Olufsen, und ich warte auf den Moment, an dem jemand damit telefonieren will. Mit Lelo habe ich wirklich viel Spaß, deswegen möchte ich meine Zeilen heute der wunderbaren Welt des Sex-Toys widmen. Oder sagen wir es so: Jenen, die mir gefallen.

Die Basis: In jede Lustschachtel gehört Baby-Öl (da geruchsneutral, ich bevorzuge „Penaten“) und Gleitmittel (gängiges, für Hintertürchen-Afficionados empfehle ich Backdoor-Gel von „pjur“). Und natürlich Kondome, falls Sie regen Verkehr haben und Monogamie für ein antiquiertes Plattenlabel halten.

Der Kick: Poppers. Ätzende Substanz, ursprünglich zum Entfernen von Graffiti gedacht. Macht die Welt trotzdem bunter. Achtung, nur zum Inhalieren gedacht. Ich hab mir aus lauter Freude eine halbe Flasche davon vor einem Foto-Shooting ins Gesicht gekippt. Schmerzhaft und unschön.

Der Magic Stick: Vibratoren, Dildos, Anal-Plugs. Auf letztere verzichte ich, da ich mir zugestöpselt trotz aller Liberalität irgendwie affig vorkomme. Die erstgenannten dürfen gerne rein, müssen aber vor dem Eindringen ihrer erzkatholischen Putzfrau in den Lebensraum unbedingt aus dem Bett entfernt werden.

Die Da-bleibst: Wenn schon fesseln, dann mit Seilen – schön rauh und optimalerweise aus Hanf. Seidentücher sind very yesterday. Notfalls tut es auch der Bademantelgürtel.

Die Au-Wehs: Peitschen sind was für Profis, mir persönlich reicht die flache Hand. Lassen Sie sich also unbedingt von Experten beraten, sonst bleiben die Striemen länger als es Ihnen lieb ist.

Die Extras: Sie wollen sich nach einem harten Tag Maloche richtig entspannen? Was spricht gegen ein schönes Vergewaltigungsszenario? Sie benötigen Handschuhe (aus Leder, welcher Wüstling würgt schon flauschig), eventuell eine Maske (Motorrad- und Skifahrer wissen wovon ich rede) und vor allem: den nötigen Ernst.

Zur Person: Janina Lebiszczcak erlangte Kultstatus mit ihrer Kolumne “Pandoras Box” im Magazin WIENER. Jetzt schreibt “Pandora” auch für Vienna.at . Ein Hochgenuss: bissig, amüsant, sexy! Wir freuen uns schon auf’s nächste Mal… 

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