Pakistan: Wieder Christ wegen "Blasphemie" angeklagt

In Pakistan ist abermals ein Christ wegen Verstoßes gegen das Blasphemie-Gesetz angeklagt worden. Wie Kathpress unter Berufung auf den vatikanischen Missions-Pressedienst "Fides" am Donnerstag berichtete, wird einem 73 Jahre alten Katholiken aus der Erzdiözese Faisalabad vorgeworfen, den Propheten Mohammed beleidigt zu haben.

Ein Vertreter der Pakistanischen Bischofskonferenz sprach gegenüber “Fides” von einer “weiteren Verletzung der Menschenrechte”. Zum wiederholten Male werde das Blasphemie-Gesetz missbraucht, um gegen religiöse Minderheiten vorzugehen, sagte der Sekretär der nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden (Iustitia et Pax), Peter Jacob. Als Höchststrafen drohen bei einem Verstoß gegen das seit Mitte der 1980er Jahre geltende Blasphemie-Gesetz lebenslängliche Haft oder Hinrichtung.

Nach einer Statistik der nationalen Kommission für Gerechtigkeit und Frieden gab es im Jahr 2009 insgesamt 112 Fälle, in denen das Blasphemie-Gesetz in Pakistan zu Unrecht angewandt wurde. 57 betrafen Mitglieder der Glaubensgemeinschaft der Ahmadiyya, 47 Muslime und acht Christen.

Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York, Erzbischof Celestino Migliore, hatte im Oktober vergangenen Jahres vor der UN-Vollversammlung mit Blick auf Pakistan vor einem Missbrauch von Blasphemie-Gesetzen gewarnt.

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