Ottakring: Park ohne öffentliche Toilette

Historische Toilette im Türkenschanzpark
Historische Toilette im Türkenschanzpark ©Kronsteiner/PID
"Pecunia non olet" (Geld stinkt nicht) sprach Kaiser Vespasian im alten Rom und hob vom Volke eine Urinsteuer ein. Non olet gilt auch im Stöberpark in Ottakring, wo gerade das letzte öffentliche WC nach jahrelangem Brachliegen abgetragen wurde.

Doch natürlich lässt der Bezirk seine Bürger nicht buchstäblich im nächsten Eck stehen, sondern hat eine eigentlich naheliegende und seit Jahren ohnehin praktizierte Lösung quasi offiziell gemacht: Die Parkbesucher können jetzt die Toilette der Gastronomie mitbenutzen. Und das ganz offiziell, denn die Stadt bezahlt dem Wirt eine Aufwandsentschädigung. Das berichtet der ORF Wien.

Geld…

Die Errichtung von neuen Toiletten scheitert nicht zuletzt am Geld. 100.000 Euro kostet eine Anlage im Schnitt, 17 Parks gibt es allein in Ottakring. Da mussten neue Lösungen her, denn das dringende Bedürfnis nach mehr Geld ist wohl jedem Politiker nachvollziehbar. Also wandte man sich an den Betreiber einer naheliegenden Pizzeria. Und der sagte zu, gegen 600 Euro für den erhöhrten Klopapierbedarf und die Reinigungskosten.

…stinkt nicht

Doch Ottakring ist nicht allein in seinem Bestreben, den (vor allem bei Kindern) obligatorischen Klogang outzusourcen. Auch auf der Donauinsel läuft ein Projekt dieser Art, bei dem zwei Lokale ebenfalls ihre Örtchen gegen öffentliche pecunia zur Verfügung stellen. Die Stadt beobachtet das muntere Treiben an allen Standorten über den Sommer – und entscheidet dann, ob sie ihre eigene Klofrau bleibt oder diese neue Form einer stillen öffentlich-privaten Partnerschaft Schule macht.

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