Österreich feiert 50 Jahre Staatsvertrag

L. Figl mit dem Staatsvertrag &copy APA
L. Figl mit dem Staatsvertrag &copy APA
Mit einem Festakt im Oberen Belvedere in Wien und einem Volksfest im Park des Schlosses feiert die Republik am Sonntag den 50. Jahrestag der Unterzeichnung des Staatsvertrags.

Am 15. Mai 1955 hatten die Außenminister der vier Alliierten Sowjetunion, USA, Großbritannien und Frankreich sowie Österreichs im Belvedere den Vertrag unterzeichnet, der dem Land wieder die volle Souveränität brachte.

Politprominenz vor Ort

Zum Festakt kamen die Außenminister Russlands und Frankreichs, Sergej Lawrow und Michel Barnier, sowie der britische Europaminister Douglas Alexander. Aus den USA kam statt der ursprünglich eingeladenen Außenministerin Rice der frühere republikanische Senator von Minnesota, Rudy Boschwitz. Bei der Feier sprachen Bundespräsident Fischer und Bundeskanzler Schüssel.

Fest im Schlosspark

Im Park des Schlosses lief unterdessen das „Belvedere OpenAir“. 240 Künstler, 25 Orchester, Ensembles und Bands sowie zahlreiche Zeitzeugen und Prominente wurden für ein mehr als zehnstündiges Marathonprogramm aufgeboten. Laut Veranstaltern waren mehr als 15.000 Besucher gekommen, die Polizei sprach von 7.000.

Höhepunkte waren zu Mittag die Wiederholung der berühmten Balkonszene, bei der Außenminister Leopold Figl 1955 den Staatsvertrag präsentiert hat, mit den Gästen aus den Signatarstaaten, und am frühen Abend ein Auftritt des Jazzers Joe Zawinul gemeinsam mit Alegre Correa, Roland Neuwirth, Wolfgang Muthspiel und anderen Wiener Spitzenmusikern.

Fischer dankt den Alliierten

Bundespräsident Heinz Fischer hat bei seiner Rede die Ausrichtung der österreichischen Außenpolitik auf Europa unterstrichen: “Österreich und Europa sind keine Gegensätze, sondern ergänzen und helfen einander.“ Den Alliierten des Zweiten Weltkriegs dankte der Bundespräsident für die Befreiung Österreichs und die dabei erbrachten Opfer sowie die Hilfe zum Überleben nach dem Ende des Kriegs.

Schüssel: “Ein einzigartiger Glücksfall”

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel nannte das Abkommen vom 15. Mai 1955 „einen einzigartigen Glücksfall“. Schüssel dankte am Sonntag den vier Siegermächten für das Vertrauen, das sie Österreich damals entgegengebracht hätten. Der Staatsvertrag habe Österreich frei gemacht, sagte er. „Freiheit ist etwas sehr Kostbares. Wir sollten sorgfältig damit umgehen, vor allem, weil sie uns selbstverständlich geworden ist.“

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