Osnabrücker Bischof bat Missbrauchsopfer um Verzeihung

Mit tränenerstickter Stimme hat der Bischof des Bistums Osnabrück, Franz-Josef Bode, Missbrauchsopfer von Priestern um Vergebung geben. "Ich und wir haben allen Grund, um Verzeihung und auch um Entschuldigung zu bitten", sagte Bode heute.

Zuvor hatte der Generalvikar des Bistums in einer Zwischenbilanz von 21 Verdachtsfällen auf Kindesmissbrauch gesprochen, an denen 18 Priester und drei weitere Mitarbeiter der Kirche beteiligt gewesen sein sollen.

Das Vertrauen der Opfer sei schwerstens missbraucht worden, sagte Bischof Bode. “Und wenn die Taten 30, 40, 50 Jahre zurückliegen, liegen sie für die Opfer in der Unmittelbarkeit der Gegenwart”, fügte der katholische Geistliche hinzu.

Wie Generalvikar Theo Paul in seiner Zwischenbilanz sagte, haben sich seit Februar Opfer, Menschen aus ihrem Umfeld oder auch anonyme Tippgeber per Brief, E-Mail oder telefonisch an das Bistum gewandt. 28 Hinweise wegen Prügel und vor allem sexuellen Missbrauchs gegen 21 Männer betrafen das Bistum Osnabrück. Weitere zwölf Hinweise hätten Geistliche anderer Bistümer und Orden betroffen und seien weitergeleitet worden. Sechs anonyme Hinweise ließen sich seinen Angaben zufolgte nicht zuordnen. Die Taten reichen zum Teil bis 1940 zurück.

Zwei der 18 im Bistum Osnabrück betroffenen Geistlichen gehören inzwischen schon seit längerem dem Bistum Hamburg an. Elf Priester sind verstorben. Vier sind pensioniert, einer von ihnen wurde 2001 wegen sexuellen Missbrauchs Minderjähriger verurteilt. Nur ein Verdächtigter ist noch amtierender Priester. Der 49-Jährige wurde bis auf weiteres vom Dienst suspendiert, ein Ermittlungsverfahren wegen Vergewaltigung läuft. In seiner Zeit als Kaplan im Emsland soll er eine Jugendliche jahrelang sexuell missbraucht und dabei teilweise Gewalt angewendet haben.

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