ORF Umzug: St. Marx sticht Perfektastraße aus

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Ob der ORF nun umzieht oder nicht wird zwar sicher nicht vor der Wahl des Generaldirektors am 9. August fallen, eine Option auf das von der Stadt Wien als ORF-Standort favorisierte Areal in St. Marx will der ORF aber demnächst legen.
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Die Perfektastraße, die ebenfalls als möglicher Standort infrage gekommen wäre, ist damit aus dem Rennen, wie ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz am Montag im Finanzausschuss des ORF-Stiftungsrats ausführte.

ORF reserviert Grundstück im 3. Bezirk

ORF-Kommunikationschef Martin Biedermann bestätigt die Reservierung des Grundstücks in Wien-Landstraße: “Für den Standort ist eine Optionierung vorgesehen, wobei die Detailbedingungen dafür noch nicht definiert bzw. verhandelt sind.” Dem Vernehmen nach dürfte das Grundstück ein Jahr lang für den ORF freigehalten werden, der Beschluss über Umzug oder Renovierung der bestehenden Gebäude dürfte rund um den Beginn der nächsten Geschäftsführungsperiode Anfang 2012 fallen.

Deswegen fiel die ORF-Entscheidung auf St. Marx

Die Sanierung der bisherigen drei Wiener Standorte dürfte auf 30 Jahre gerechnet 50 bis 60 Millionen Euro mehr ausmachen, als die Errichtung eines einzigen Standorts, wie Wrabetz dem Finanzausschuss darlegte. Für einen neuen Standort standen zuletzt zwei Grundstücke zur Auswahl, nämlich jenes in St. Marx und ein weiteres bei der Perfektastraße in Wien-Liesing. Letzteres hat sich allerdings als ungeeignet erwiesen, etwa weil es dort keine Hochleistungsanbindung, kein Angebot für redundante Stromversorgung und keine Erweiterungsflächen gibt und auch die Verkehrsanbindung ungünstiger ist als in St. Marx.

Weitere Themen der Finanzausschusssitzung

Auf der Themenliste der Finanzausschusssitzung standen außerdem die ORF-Spartenkanäle. Hier ist die Sendeplatz-Frage zugunsten des neuen – noch nicht genehmigten – Kultur- und Informationskanals ORF III gefallen, der – zumindest bei den Satellitensehern – den angestammten Sendeplatz von TW1 bekommen soll. ORF Sport Plus darf dafür seinen bisherigen digital-terrestrischen Sendeplatz auf dem MUX B behalten. Mehr als 50 Prozent der österreichischen Zuseher sehen derzeit via Digital-Satellit fern, nur fünf Prozent greifen auf digitale Antenne zurück.

Ausschlag für die Entscheidung dürfte das “cross promotion”-Verbot für ORF III gegeben haben, auch wenn der ORF dagegen beim Bundeskommunikationssenat Einspruch eingelegt hat. Offenbar rechnet man im ORF nicht mit einer Aufhebung dieses Verbots. Für das bestehende Sport Plus gibt es hingegen keine Einschränkungen bei der Bewerbung. Es spräche also nichts dagegen, wenn Sport Plus auf den übrigen TV-Sendern – etwa mit Programmtrailern – beworben wird, was Zuseherverluste in Folge eines Frequenzwechsels zumindest abfedern sollte.

APA/Vienna.at

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