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Oranjes düpierten auch Frankreich

Die Niederlande haben sich am Freitag in Bern mit einer weiteren Galavorstellung zum Favoriten für die EURO 2008 gemacht. Bilder 

Die Oranjes fertigten nach dem 3:0 gegen Weltmeister Italien in Bern auch Vizeweltmeister Frankreich mit 4:1 (2:0) ab und stehen als Gruppensieger fest. Die Tore vor 30.777 begeisterten Zuschauern erzielten Dirk Kuyt (9.), Robin van Persie (59.), Arjen Robben (72.) und Wesley Sneijder (92.). Thierry Henry war der kurzzeitige Anschlusstreffer für Frankreich gelungen (71.).

Kuyt hatte die Niederländer nach einem Corner von Rafael van der Vaart per Kopf in Führung gebracht. Der Liverpool-Stürmer war schneller am Ball als der indisponierte Florent Malouda. Als Frankreich auf den Ausgleich drängte, traf Van Persie nach Flanke von Robben aus kurzer Distanz mit etwas Glück zum 2:0. Davor hatte Stürmerstar Ruud van Nistelrooy die Franzosen mit einem Trick an der Mittellinie alt aussehen lassen.

Nachdem Henry als kurzer Distanz nach Querpass von Willy Sagnol die Franzosen noch einmal kurz hoffen gelassen hatte, sorgte Robben im unmittelbaren Gegenstoß für die endgültige Entscheidung. Der Flügelspieler schoss nach schöner Einzelaktion ins kurze Kreuzeck. Das Tor des Abends aber erzielte Wesley Sneijder. Der 24-Jährige von Real Madrid traf in der Nachspielzeit mit einem herrlichen Schuss ins Kreuzeck und wurde wie schon zum Auftakt zum Spieler des Spiels gewählt.

Oranje-Teamchef Marco van Basten hatte erneut jener Mannschaft vertraut, die schon Weltmeister Italien zum Auftakt gedemütigt hatte. Damit erhielt vorerst Kuyt den Vorzug gegenüber Robben, der nach überstandenen Adduktorenproblemen ebenso eingewechselt wurde wie Van Persie. Bei Frankreich strahlte immerhin Rekordtorschütze Henry in seinem Comeback nach überstandenen Oberschenkelproblemen Gefahr aus, erzielte im 101. Länderspiel seinen 45. Treffer.

Teamchef Raymond Domenech war nach dem schwachen Auftakt zu jenem 4-2-3-1-System zurückgekehrt, mit dem er Frankreich 2006 ins WM-Finale geführt hatte. Hinter Solospitze Henry gab Franck Ribery einen bemühten, agilen Spielmacher, anstelle des zweiten Stürmers Karim Benzema kam Flügelspieler Sidney Govou in die Mannschaft.

Damit bereiteten die Franzosen den Niederländern lange Zeit mehr Probleme als es Italien getan hatte. Die “Bleus”, denen Kapitän Patrick Vieira nach wie vor wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel fehlt, hatten schon vor der Pause mehrere gute Ausgleichschancen, scheiterten aber immer wieder am herausragenden Oranje-Schlussmann Edwin van der Sar.

Erst parierte der 36-Jährige einen Govou-Schuss auf das kurze Eck mit einer sehenswerten Fußabwehr (23.), danach stand er praktisch im Minutentakt im Mittelpunkt. Van der Sar rettete gegen Malouda (33.), danach gegen Govou (34.) und schließlich entschärfte er mit einer Glanztat auch noch einen Versuch von Ribery (35.). Auf der Gegenseite hatte Außenverteidiger Khalid Boulahrouz aus spitzem Winkel das lange Eck verfehlt (27.).

Nach Seitenwechsel reklamierten die Franzosen vergeblich Elfmeter, als Ooijer einen Henry-Schuss angeblich mit der Hand abblockte (49.). Vier Minuten später hob Henry nach einer Fallrückzieher-Vorlage von Malouda den Ball über Van der Sar, aber auch über das Tor. Die Franzosen brachten in der Schlussphase mit Bafetimbi Gomis und Nicolas Anelka zwei zusätzliche Stürmer, weitere Großchancen blieben aber aus. Stattdessen kratzte Keeper Gregory Coupet einen Van-Nistelrooy-Kopfball von der Linie (83.) und Robben verfehlte um Haaresbreite (90.).

Während die Niederländer damit nach Portugal und Kroatien als drittes Team bereits nach zwei Spielen als Gruppensieger feststehen, werden die Franzosen den abschließenden Schlager am kommenden Dienstag gegen Italien wohl gewinnen müssen, um die Viertelfinal-Chance zu wahren. Sollte Außenseiter Rumänien allerdings die Oranjes bezwingen, wären beide WM-Finalisten von 2006 in der Gruppenphase ausgeschieden – unabhängig vom Resultat des direkten Duells in Zürich.

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