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Operation "Sledge Hammer": Anabolika-Ring gesprengt

Unter den Festgenommenen ist auch ein "Superstar" der hiesigen Anabolika-Szene.
Unter den Festgenommenen ist auch ein "Superstar" der hiesigen Anabolika-Szene. ©Bilderbox (Symbolbild)
5 Mio. Stück Anabolika, Hormonpräparate und Stimulanzien im Wert von rund einer Mio. Euro: Einem international agierenden Anabolika Ring konnte das Handwerk gelegt werden, einer der Köpfe ist ein österreichischer "Superstar" der Szene.
20.000 Fälschungen vernichtet

Die Operation “Sledge Hammer” gegen den Handel mit illegalen Dopingmitteln hat zu einem weiteren Erfolg geführt: Nachdem bereits im Vorjahr Anabolika im Wert von rund einer Million Euro in Lagerräumen in Wien und Niederösterreich sichergestellt worden sind, haben die Ermittler des Bundeskriminalamtes (BK) in Kooperation mit dem Bundeskriminalamt Wiesbaden im Zuge der weiteren Ermittlungen zwei Österreicher und einen Deutschen festgenommen, die für das älteste einschlägige Vertriebslabor “International Pharmaceuticals” (IP) verantwortlich sein sollen, berichtete Andreas Holzer, Leiter des Büros für Suchtmittelbekämpfung im BK, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien.

Betriebsanleitung für Dopingkonsumenten

Bei einem der beiden Männer, die in Österreich festgenommen worden sind, handelt es sich um einen “Superstar” der Szene aus Niederösterreich. “Er hat im Internet Interviews gegeben”, sagte Klaus Preining vom Landeskriminalamt Niederösterreich. Der Verdächtige ist auch Co-Autor des Werkes “Das Schwarze Buch – Anabole Steroide”, eine Art Betriebsanleitung für den Dopingkonsumenten, von dem rund 60.000 Stück verkauft worden sind. In Deutschland wurde zusätzlich ein Großlager der IP gefunden und rund 5.000.000 Stück Anabolika, Hormonpräparate und Stimulanzien im Wert von rund einer Million Euro sicher gestellt. Das Labor wurde allerdings nicht gefunden.

2.000 Kilogramm Anabolika

Bereits im Vorjahr wurden im Zuge von “Sledge Hammer” in Lagern in Wien und Niederösterreich 2.000 Kilogramm Anabolika, Hormonpräparate und Stimulanzen im Wert von einer Million Euro sichergestellt und vier Personen festgenommen. Die Gruppe soll via Internet einen regen internationalen Handel mit diversen Dopingmittel betrieben haben. Schwer zu finden waren sie nicht unbedingt: Die Verdächtigen unterhielten unter anderem die Homepage www.anabolika.com, wo man die gewünschten Substanzen bestellen konnte. Die Lieferungen ins In- und Ausland folgten über private Paketdienste unter der Angabe eines falschen Adressaten.

Fragwürdige hygienische Bedingungen

Die verbotenen Substanzen wurden – oftmals unter fragwürdigen hygienischen Bedingungen – in Laboratorien in Indien, Pakistan und China produziert. Die Endproduktion erfolgte meist in osteuropäischen Ländern.

Risiko geringer als bei Drogenhandel

Der Dopinghandel wird zunehmend von kriminellen Organisationen übernommen. “Es gibt einen hohen Gewinn und das Risiko ist geringer als beim Drogenhandel”, sagte Ernst Geiger, Abteilungsleiter im BK. Die Kunden stammen vor allem aus dem Breitensport. “Es gibt ein mangelndes Unrechtsbewusstsein”, so Geiger. Die Gefahren der Mittel sind aber nicht zu unterschätzen: Unter den “Usern” wurden nicht nur vermehrte Aggressionen und Depressionen beobachtet, sondern auch die Entstehung von diversen Krebsarten. Die Konsumenten selbst brauchen keine Strafe fürchten, denn nur das Dealen dieser Mittel ist strafrechtlich relevant.

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