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Onimusha die vierte

Gute Dinge sollte man ruhen lassen, viele Sequels machen die oft geniale Grundidee einer Sache zunichte, karikieren sie nicht selten nur. Leider machten die ersten beiden Fortsetzungen von Onimusha keine Ausnahme.

Teil 4, äh „Dawn of Dreams“ bricht mit dieser Tradition. Es gibt Spieletitel, bei denen Fans blind zugreifen. Onimusha, eine Mischung aus Fernost Fantasy, Schwert-Geschnetzel, Dämonen und allerlei herausfordernden und knackig kniffligen Kämpfen, erfreute sich seit Teil 1 ungebrochener Beliebtheit. Doch die Entwickler haben sich zu sehr auf den Lorbeeren ihrer Schöpfung ausgeruht und präsentierten mit den ersten beiden Sequels eher maue und von vielen Fans als öde bezeichnete Metzelorgien mit leichtem Rätseleinschlag. Dabei wurde für Teil 3 eigens die charismatische Hakennase Jean Reno angeheuert und für eine gewagte Storyline mit Zeitreisen ins Spiel implementiert.

Für „Dawn of Dreams“ besannen sich die Schöpfer von Onimusha auf alte Tugenden und gaben dem Spiel zudem einen neuen, mehr Action-RPG lastigen Touch. Ausgang allen Übels: Ein machthungriger Despot, der sich zwecks Erlangung von noch mehr Macht mit allerlei Dämonengewürm zusammenpackelt. Das kann unser Held der Geschichte, ein junger Schwertkämpfer namens Soki, natürlich nicht zulassen.

Bereits zu Beginn des Spiels offenbaren sich die Neuerungen und Verbesserungen des neuen Kampfsystems: Eine frei drehbare Kamera, die näher am actiongeladenen Geschehen ist und die überarbeitete Optik des neuen Onimusha perfekt in Szene setzt. Beim Kampfgeschehen Business as Usual, Kenner der Vorgänger werden sich schnell heimisch fühlen. Schnell muss Hauptprotagonist Soki allerdings erkennen, dass Helden einsam sterben, weswegen er sich mit vier weiteren Streitern zusammentut, die von der KI gesteuert werden. Die grundlegende Richtung des Verhaltens der vier gibt man per Digikreuz vor. In der Folge müssen die Talente der einzelnen Mitstreiter geschickt genutzt werden, um weiterzukommen. Zu diesem Zweck wechselt man je nach Situation auf den entsprechenden Recken, um diesen direkt zu steuern.

Neu am Gameplay: Rollenspiel-Elemente. Die Charaktere gewinnen nämlich an Erfahrung durch die Kämpfe und steigen in Stufen auf. Dabei dürfen Punkte auf die Parameter Angriffskraft, Verteidigung und Kombofähigkeiten verteilt werden. Zudem kann jeder Charakter bis zu 15 Waffen und zahlreiche andere Ausrüstungsgegenstände finden und durch die bekannten Orbs aufmotzen. Technisch ist Dawn of Dreams einer der besten Onimusha Titel schlechthin. Hoch aufgelöste Texturen setzen Rüstung, Waffen und Gegnerschaft perfekt in Szene. Was die KI anbelangt, so schwankt der Pegel zwischen strunzdumm und clever, besonders die Bosse machen selbst erfahrenen Streitern Mühe. Die ganze Optik wird leider durch das hardwaretypische Kantenflimmern getrübt, das deutlich zeigt, dass bei der PS2 langsam Ende Fahnenstange ist, zumindest in Bezug auf Edelgrafik. In Onimusha steckt mehr drin: Die Spielinhalte repräsentieren sich auch in der Tatsache, dass Dawn of Dreams auf zwei DVD´s ausgeliefert wird.

Der Schwierigkeitsgrad ist ausgewogen, „Dawn of Dreams“ kann auch Action-Fans empfohlen werden, die die Prequels nicht angezockt haben. Allerdings gibt es eine verständliche ab 16 Jahre Begrenzung beim Game, worauf Eltern bei diesem Titel auch achten sollten. Onimusha ist ein brillantes Action Geschnetzel für junge Erwachsene und darüber hinaus, gehört aber klar nicht in Kinderhände. Ansonsten: Klare Kaufempfehlung für Onimusha Freaks und solche, die es noch werden wollen.

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