Olmert gedenkt Holocaustopfern

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat zum Auftakt seines Antrittsbesuchs in Berlin des Holocaust gedacht. Olmert sagte, das Grauen sei nach wie vor gegenwärtig.

Bei einer Feier an der Gedenkstätte Gleis 17 des Bahnhofs Grunewald sagte er am Dienstag, die Judenvernichtung habe der Menschheit eine Frage hinterlassen, die weder das Herz noch der Verstand erfassen könne. „Wir haben daraus gelernt und diese Lehre genau eingeprägt: Wehe dem Schwachen und Schutzlosen“, sagte er.

Olmert sagte, das Grauen sei nach wie vor gegenwärtig. Die sechs Millionen Juden, die unter der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft ermordet wurden, mahnten, „alles Menschenmögliche zutun, damit der Staat Israel das genaue Gegenteil zu der Bösartigkeit der Nazis wird“.

Außer Olmert sprachen auch die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit. Knobloch sagte, die Gedenkstätte sei eine ständige Aufforderung zur Wachsamkeit, „antisemitischen und rechtsextremistischen Tendenzen die Stirn zu bieten“. Von Gleis 17 aus wurden Juden in die Vernichtungslager der Nationalsozialisten transportiert.

Knobloch erinnerte daran, dass zeitgleich in der iranischen Hauptstadt Teheran eine so genannte Holocaust-Konferenz stattfinde, wo der Massenmord an den Juden geleugnet werde. „Genau jetzt sitzt eine Bande von Verbrechern zusammen, leugnet die Shoa, beschmutzt das Andenken der Opfer, propagiert die Auslöschung Israels und plant ihre weiteren heimtückischen Schandtaten“, erklärte Knobloch. Diesen gefährlichen Tendenzen müsse man entschieden entgegentreten.

Olmert will während seines Besuches weiter mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler zusammentreffen. Der israelische Premier hatte bereits am Montagabend drei Stunden lang informell mit Merkel gesprochen. Dabei ging es um den Nahost-Konflikt und den Streit um das iranische Atomprogramm, sagte ein Sprecher Olmerts, ohne Details zu nennen. Der Auslandsbesuch des Regierungschefs ist der erste seit der Waffenruhe im Gaza-Streifen im vergangenen Monat. Am Mittwoch fliegt Olmert nach Rom weiter.

Vor seiner Reise hatte Olmert die deutschen Bemühungen um eine Einbeziehung Syriens in den Nahost-Friedensprozess kritisiert. Er rügte den Besuch von Außenminister Frank-Walter Steinmeier in Syrien am Montag voriger Woche. „Ich denke, es war ein Fehler“, sagte Olmert.

Äußerungen Olmerts zur Frage von Atomwaffen Israels

Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich am Montag in einem Interview der Fernsehsender Sat.1/N24 unter anderem zur Frage von Atomwaffen seines Landes geäußert. Auf die Frage nach der iranischen Drohung, Israel zerstören zu wollen, sagte Olmert (nach einer Übersetzung von dpa aus einer englischen Abschrift des Interviews):

„Amerika hat Atomwaffen, Russland hat Atomwaffen. Warum also wenden Sie sich an Israel. Sie können mit Amerika, Russland, Frankreich und Großbritannien anfangen und sagen, hier, ihr habt Atomwaffen.“

„Israel ist eine Demokratie. Israel bedroht in keiner Weise ein anderes Land. (…) Iran hat offen, öffentlich und ausdrücklich damit gedroht, Israel von der Landkarte ausradieren zu wollen. Kann man sagen, dies ist das gleiche Niveau, wenn sie (die Iraner) nach Atomwaffen streben, wie Amerika, Frankreich, Israel, Russland?“

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