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"Offensive Gesundheit" richtet sechs Forderungen an Anschober

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)sieht sich mit sechs Forderungen der "Offensive Gesundheit" konfrontiert
Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)sieht sich mit sechs Forderungen der "Offensive Gesundheit" konfrontiert ©APA/HELMUT FOHRINGER
Ein zukunftssicheres System der Gesundheit und Langzeitpflege fordern Gewerkschaften, Arbeiter- und Ärztekammer - und haben dem Gesundheitsminister ein entsprechendes Sechs-Punkte-Forderungsprogramm übergeben.
Neue Gesundheitsplattform "Offensive Gesundheit"

Die von Gewerkschaften, Arbeiter- und Ärztekammer gebildete "Offensive Gesundheit" hat am Mittwoch Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) ein Sechs-Punkte-Forderungsprogramm übergeben. Verlangt werden vor allem mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen sowie ein Aus- und Weiterbildungsoffensive. Anschober sicherte Gespräch zu.

"Offensive Gesundheit" präsentierte ihre Forderungen

AK-Präsidentin Renate Anderl, Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und die Vertreter der im Gesundheitsbereich tätigen Gewerkschaften vida, GPA-djp, younion, GÖD und der ARGE der Gesundheitsberufe im ÖGB präsentierten vor dem Gesundheitsministerium ihre Forderungen und überreichten sie dem Minister. In einem Video, das auf einer großen Videowand gezeigt wurde und das Teil einer Kampagne in sozialen Netzwerken ist, richteten 13 Menschen aus verschiedenen Gesundheits- und Pflegeberufen einen Appell an die Politik: "Lassen sie ihren Worten Tagen folgen", lautete eine der Aufforderungen an Anschober.

Mehr Personal und Weiterbildung gefordert

Der erste der sechs Punkte für ein zukunftsfittes Gesundheitssystem bezieht sich auf die Forderung nach mehr Personal. Die Aufstockung des Personals müsse nach einer österreichweit verpflichtenden, einheitlichen, transparenten und evidenzbasierten Personalberechnungsmethode erfolgen. Die zweite Forderung ist jene nach einer Weiterentwicklung des Gesundheits- und Pflegesystems unter Einbindung von Experten und Betroffenen. Verlangt wird weiters eine Aus- und Weiterbildungsoffensive mit mehr und attraktiveren Ausbildungsplätzen und dem im Regierungsprogramm vereinbarten Ausbildungsfonds.

Hinter dem Schlagwort "Gesundheit muss etwas wert sein" verbirgt sich die Forderung nach einer raschen Aufstockung der budgetären Mittel. Das Verlangen nach besseren Arbeitsbedingungen umfasst auch die Schaffung von modernen Arbeitszeitmodellen, die sich an unterschiedlichen Bedürfnissen orientieren. Und schließlich müsse unter allen Umständen ein Ressourcen- und Ausrüstungs-Engpass vermieden werden, damit es zu keiner Knappheit an Desinfektionsmitteln, Schutzausrüstung und Medikamenten kommt, lautet der sechste Punkt.

Politische Entscheidungen notwendig

Die Vertreter der Initiative halten politische Entscheidungen für notwendig, um das Gesundheits- und Pflegesystem vor einem zukünftigen Kollaps zu bewahren. Sie verweisen auf die große Anerkennung für die Beschäftigten in den letzten Wochen und fordern: "Auch wenn das Klatschen längst verstummt ist, muss der Zuspruch und die Unterstützung der Bevölkerung zu einer spürbaren und dauerhaften Verbesserung der Rahmen- und Arbeitsbedingungen führen."

Anschober zeigt sich gesprächsbereit

Anschober sicherte den Vertretern der Plattform Gespräche noch im Sommer zu. Er fühle sich durch die Forderungen der Initiative bestärkt. Sei Ziel sei es, im Herbst so aufgestellt zu sein, dass man in die Umsetzung kommen könne, verwies der Minister auf die dann anstehenden Budgetverhandlungen. Spätestens durch die Corona-Krise sei sichtbar geworden, wo das an sich starke Gesundheitssystem noch zu verbessern sei.

(apa/Red)

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