Offener Brief an Regierung: Öffnung mit 2G-Regel und FFP2-Maske

Appell: Theater für ein Aufsperren mit 2G und FFP2-Masken.
Appell: Theater für ein Aufsperren mit 2G und FFP2-Masken. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Die Leitungen der meisten großen österreichischen Bühnen-, Konzert- und Festivalbetriebe haben sich am Montag angesichts der laufenden Beratungen über Lockdown-Öffnungsschritte mit einem dringenden Appell an die Bundesregierung gewendet.

Sie appellieren, die 2G-Regelung nicht wie zuletzt in Wien an einen gültigen PCR-Test, sondern an eine FFP2-Maskenpflicht auch während der Vorstellung zu koppeln und von einer Kapazitäts-Beschränkung abzusehen.

Appell: Theater für ein Aufsperren mit 2G und FFP2-Masken

Die Direktoren der österreichischen Theater und Konzertveranstalter seien "bereit, unmittelbar nach Ende des Lockdown den Spielbetrieb sofort wieder aufzunehmen", heißt es in dem der APA vorliegenden Schreiben. 2G-plus brächte "den Spielbetrieb unserer Gesellschaften allerdings an die Grenzen der Machbarkeit. (...) Die Vorlage eines bis Vorstellungsende gültigen PCR-Testzertifikats ist für Wiener Besucherinnen und Besucher eine Herausforderung, für Besucherinnen und Besucher aus den Bundesländern aber eine fast unmöglich zu bewältigende Hürde. Deshalb richten wir unseren dringenden Appell an Sie, nach dem Lockdown die 2G-Regelung gekoppelt an eine FFP2-Maskenpflicht auch während der Vorstellung in Betracht zu ziehen. Dies würde uns zumindest die Möglichkeit geben, die Hürden für einen Theaterbesuch ausführbar zu gestalten und die zu erwartende Stornierungsflut in Grenzen zu halten."

Veranstalter auch gegen maximale Besucherzahlen bei Wiedereröffnung

"Auch möchten wir Sie dringend bitten, von einer Beschränkung der maximalen Besucherzahlen nach der Wiederöffnung Abstand zu nehmen", heißt es weiter. Man habe bereits Eintrittskarten für Dezember und Jänner verkauft. "Sollte es jetzt zu einer Beschränkung der Saalkapazitäten kommen, hat dies nicht nur massive ökonomische Auswirkungen auf unsere Betriebe, sondern zieht eine Lawine an Kartenstornos nach sich. Wir müssten zum wiederholten Male nach einem Zufallsprinzip Menschen auswählen, die wir vom Besuch unserer Veranstaltungen ausladen. Das Verständnis für solche Maßnahmen ist bei der Bevölkerung nicht mehr gegeben, zumal die Leidtragenden sowieso geimpft oder genesen sind."

Unterzeichnet wurde das Schreiben von den Leitungs-Teams der Bregenzer und der Salzburger Festspiele, dem Geschäftsführer der Österreichischen Bundestheater-Holding und den Intendanten und kaufmännischen Geschäftsführern von Staatsoper, Volksoper und Burgtheater, vom Präsidenten des Wiener Bühnenvereins, den Intendanten des Theaters an der Wien, des Wiener Musikvereins, des Wiener Konzerthauses und des Theaters der Jugend, dem Vorstand der Wiener Philharmoniker, den Geschäftsführern der Bühnen Graz und der Niederösterreichischen Kulturwirtschaft sowie den Künstlerische Leitern von Brucknerhaus Linz und Musikverein Graz.

In Wien soll am Dienstag, im Bund am Mittwoch über die weitere Vorgangsweise in Sachen Anti-Corona-Maßnahmen entschieden werden. Läuft der derzeitige Lockdown aus, könnte - mit Ausnahme von Oberösterreich - bereits am Sonntag wieder gespielt werden.

Auch Wirtschaftskammer schrieb offenen Brief an Regierung

Auch die Wirtschaftskammer (WKÖ) hat nun einen offenen Brief an die Bundesregierung geschrieben. In dem am Montag veröffentlichten Schreiben verlangt sie, dass alle Branchen nächste Woche wieder öffnen dürfen und der Corona-Lockdown planmäßig am 12. Dezember zu Ende geht. Die Regierung will am Mittwoch beraten. Aufgrund der nach wie vor angespannten Situation in den Spitälern stehen stufenweise Lockerungen und strenge Regeln fürs Aufsperren im Raum.

Es ist der bereits fünfte "offene Brief" binnen sechs Tagen, den Touristiker im ganzen Land verfasst haben. Auch die Hoteliersvereinigung (ÖHV) und Tourismus-Vertreter in Kärnten und Obertauern haben sich bereits an die Regierung gewandt. In Tirol schrieben 14 Tourismusverbände und rund 70 Betriebe gemeinsam Post nach Wien.

In dem neuen Brief fordern die Wirtschaftskammerfunktionäre aus den Sparten Gastronomie, Hotellerie und Freizeitwirtschaft die Politiker auf: "Sagen wir 'Ja' zu unserem Tourismusland!". Und weiter: "Wenden wir uns gegen den Stillstand, unter dem wir alle leiden!" Neben der gesundheitlichen Verantwortung gehe es auch um eine wirtschaftliche und soziale Verantwortung.

Der Brief wird auch von Wirtschaftskammer-Präsidenten Harald Mahrer unterstützt. Mahrer hatte bereits vergangenen Donnerstag in einer Pressekonferenz zu einem Rundumschlag gegen die heimische Politik ausgeholt und gemeint, die Menschen hätten kein Verständnis mehr für die Maßnahmen. Er sagte auch, dass er nicht von vielen Triage-Entscheidungen gehört habe.

(APA/Red)

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