Offenbar Referendum zu "Volksrepublik Cherson" in Vorbereitung

Nach dem Vorbild Donezk und Luhansk soll es ein Referendum zur "Volksrepublik Cherson" geben.
Nach dem Vorbild Donezk und Luhansk soll es ein Referendum zur "Volksrepublik Cherson" geben. ©Sputnik/Mikhail Tereshchenko/Pool via REUTERS
Laut ukrainischen Angaben soll Russland ein Referendum über die Gründung einer "Volksrepublik Cherson" vorbereiten. Die russische Führung würde damit dem Beispiel in den Regionen Luhansk und Donezk folgen.

Das erklärte am Donnerstag ein Berater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit Blick auf das umkämpfte Gebiet im Südosten des Landes.

Luhansk und Donezk von Russland als unabhängig anerkannt

In den von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebieten Luhansk und Donezk im Donbass waren im Mai 2014 Volksabstimmungen über ihre Selbstständigkeit abgehalten worden. Kurz vor Beginn des Krieges hatte Russland die beiden selbst ernannten Volksrepubliken als unabhängig anerkannt, was international auf Kritik stieß.

Ende März hat die "Volksrepublik Luhansk" erklärt, sie könne bald ein Referendum über einen Beitritt zur Russischen Föderation abhalten. Der Anführer der "Volksrepublik Donezk", Denis Puschilin, erklärte ebenfalls, es solle ein Beitritt geprüft werden. Auch auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim, die an Cherson grenzt, wurde 2014 ein Referendum abgehalten, in dem sich die mehrheitlich russisch-stämmige Bevölkerung für den Anschluss an Russland aussprach. Auch dies ist international nicht anerkannt.

Russland will laut Kiew Unabhängigkeitsreferendum fälschen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Moskau beschuldigt, in den von russischen Truppen besetzten Gebieten um Cherson und Saporischschja im Süden des Landes ein gefälschtes Unabhängigkeitsreferendum abhalten zu wollen. In einer Videobotschaft am Donnerstagabend forderte Selenskyj die Bewohner der besetzten Gebiete auf, keine persönlichen Daten wie Passnummern anzugeben, die die russischen Streitkräfte von ihnen verlangen würden.

"Es geht nicht nur darum, eine Volkszählung durchzuführen", warnte er. "Es geht nicht darum, euch humanitäre Hilfe jeglicher Art zukommen zu lassen. Es geht in Wirklichkeit darum, ein sogenanntes Referendum über euer Land zu fälschen, wenn der Befehl zur Durchführung dieser Komödie aus Moskau kommt", sagte der ukrainische Präsident. "Es wird keine Volksrepublik Cherson geben. Wenn jemand eine weitere Annexion will, werden Russland noch stärkere Sanktionen treffen", drohte Selenskyj.

Ähnliche Vorwürfe hatte Selenskyjs Regierung bereits Anfang März erhoben. Demnach plane Russland ein Referendum nach dem Vorbild der Krim-Halbinsel, die nach einer fragwürdigen Volksabstimmung 2014 von Moskau annektiert wurde. Auch die von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiete im Osten der Ukraine hatten nach umstrittenen Abstimmungen ihre Unabhängigkeit erklärt.

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(APA/Red)

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