Österreichs Augenärzte unterstützen Volksbegehren "Don´t smoke"

Augenärzte aus Österreich unterstützten das Volksbegeheren Don´t smoke.
Augenärzte aus Österreich unterstützten das Volksbegeheren Don´t smoke. ©bilderbox.com (Themenbild)
Das Volksbegehren kann seit dem 1. Oktober unterzeichnet werden. Nun unterstützen auch die Augenärzte in Österreich die Initiative, denn Rauchen kann auch das Sehvermögen gefährden.
Drei Volksbegehren starten am 1. Oktober

Österreichs Augenärzte unterstützen das derzeit laufende “Don’t smoke”-Volksbegehren massiv. Rauchen schädigt nicht nur die Lunge, man gefährdet dadurch auch gravierend sein Sehvermögen. Durch den Tabakkonsum komme es häufiger zur altersbedingten Makuladegeneration und zu diabetischer Retinopathie bei Zuckerkranken.

“Nikotin und Rauchinhaltsstoffe sind gefährliche Gifte, auch für die Augen. Rauchen führt früher zum grauen Star (Katarakt; Anm.) und erhöht vor allem massiv das Risiko, an altersbedingter Makuladegeneration (AMD), der häufigsten Erblindungsursache im Erwachsenenalter, zu erkranken”, wurde Andreas Wedrich von der Meduni Graz für die ophthalmologische Fachgesellschaft (ÖOG) zitiert. Daneben beschleunige Rauchen bei an Diabetes erkrankten Personen die Entwicklung von diabetischen Netzhauterkrankungen, die wiederum die häufigste Erblindungsursache im erwerbstätigen Erwachsenenalter darstellen.

Volksbegehren Don´t smoke läuft noch bis 8. Oktober

“Die ÖOG unterstützt daher alle sinnvollen Maßnahmen, die zu einer Reduktion der Raucherzahlen führen, vor allem bei Jugendlichen. Die Aufhebung des Rauchverbots in der Gastronomie ist ein eklatanter Rückschritt. Wir befürworten deshalb das ‘Don’t smoke’ – Volksbegehren gegen eine Aufweichung des Rauchverbots in der Gastronomie, das noch bis 8. Oktober läuft”, fügte Wedrich hinzu.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine häufige im fortgeschrittenen Alter auftretende Erkrankung der Netzhautmitte (Makula) und stellt in diesem Lebensabschnitt die häufigste Erblindungsursache dar. Die Makula – auch “gelber Fleck” genannt – ist für wesentliche Sehleistungen verantwortlich, zum Beispiel für das Lesen, das Erkennen von Gesichtern oder Unterscheiden von Farben. Eine Erkrankung an AMD führt zu unscharfem, verzerrtem Sehen bis hin zu einem kompletten Ausfall der zentralen Sehfunktion. Dadurch werden Lesen, Autofahren, Fernsehen und Arbeiten am Handy schwierig bis unmöglich. Begünstigt wird die Entstehung einer AMD durch Bluthochdruck und Übergewicht sowie speziell das Rauchen.

Rauchen gefährdet das Sehvermögen

Erhöhter Blutzuckerspiegel und/oder Blutzuckerschwankungen verursachen Verschlüsse, aber auch undichte Stellen an den Blutgefäßen der Netzhaut. Die Folge ist eine Mangeldurchblutung. Rauchen beschleunigt diesen Prozess noch zusätzlich. Mehr als die Hälfte der Personen mit Typ-2-Diabetes und neun von zehn Menschen mit Typ-1 Diabetes leiden unter diabetischer Retinopathie. In frühen Stadien werden kaum Symptome wahrgenommen.

Betroffene wiegen sich deshalb in trügerischer Sicherheit. Je früher eine diabetische Netzhauterkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Die Fachgesellschaft stellte dazu abschließend fest: “Um sein Sehvermögen bis ins hohe Alter zu bewahren, sollte man also neben einer gesunden Ernährung auch auf Nikotinverzicht achten und regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Augenarzt durchführen lassen.”

(APA/Red)

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