Österreich und Israel: Eine "sehr gute" Beziehung

Durch die Reisen von Bundeskanzler Kurz wird die Beziehung zu Israel gestärkt,
Durch die Reisen von Bundeskanzler Kurz wird die Beziehung zu Israel gestärkt, ©APA/HANS KLAUS TECHT
Der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKGt) Oskar Deutsch sieht die Beziehung zwischen Österreich und Israel als eine "sehr gute" an.

Sie sei auch durch die Reisen von Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gewachsen, sagte er im Interview mit der Tageszeitung “Kurier” (Samstagsausgabe).

Bundespräsident Alexander Van der Bellens Besuch bei Israels Präsident Reuven Rivlin und Premierminister Benjamin Netanyahu werde für eine weitere Vertiefung der Beziehungen sorgen, sagte Deutsch im Vorfeld des geplanten Staatsbesuches ab kommenden Sonntag. Gefragt, ob der Boykott der FPÖ-Regierungsmitglieder Gegenstand der Gespräche sein werde, sagte Deutsch, dies müsse man die Vertreter beider Staaten fragen.

Präsident Rivlin bezieht klare Haltung gegen FPÖ

Präsident Rivlin habe jedoch eine “ganz klare Haltung gegenüber rechtsnationalen und rechtsextremen Parteien wie die FPÖ, AfD und die Partei von Le Pen”. “Er nimmt sich normalerweise kein Blatt vor den Mund”, so der IKG-Präsident.

“Grundsätzlich habe sich an den Gründen für die Haltung Israels nicht geändert”, erklärte er. Seit ihrer Regierungsbeteiligung habe es 50 antisemitische und neonazistische Vorfälle der FPÖ gegeben – Konsequenzen “fast nie”, unterstrich Deutsch.

Dass Bundeskanzler Kurz das Eintreten für das Existenzrecht Israels zur Staatsräson erklärt habe, verdient Deutsch zufolge Anerkennung. Dies sei “bis jetzt in Österreich nicht selbstverständlich” gewesen, sagte er unter Verweis darauf, dass es in Österreich “nicht wenige Täter” gegeben habe.

Jüdische Gemeinde in Österreich zählt 8.000 Mitglieder

Trotz des steigenden Antisemitismus in Europa ist nach Ansicht von Deutsch aus Österreich noch kaum jemand ausgewandert, “außer vielleicht der Liebe wegen”. “Wir investieren sehr viel in Sicherheit und haben eine hervorragende Zusammenarbeit mit der Polizei”, erklärte der IKG-Präsident. Jüdische Einrichtungen seien “so gut gesichert wie nirgendwo sonst in Europa”. “Leider muss das sein”, fügte er hinzu. Wien sei aber auch eine lebenswerte und sichere Stadt, nannte er als zweiten Grund.

Die jüdische Gemeinde in Österreich zähle 8.000 Mitglieder. Antisemitismus lasse viele nachdenken, berichtete Deutsch. “Der Gedanke, ob man als Jude hier noch leben kann, ist so präsent, wie schon lange nicht mehr.”

Bundespräsident Van der Bellen reist nach Israel

Bundespräsident Van der Bellen reist kommenden Sonntag zu einem mehrtägigen Staatsbesuch nach Israel. Auf dem Programm stehen dabei Treffen mit Israels Staatspräsident Rivlin, Premierminister Netanyahu und palästinensische Präsident Mahmoud Abbas. Van der Bellen bezeichnet die Reise wegen der grausamen Vergangenheit Österreichs als “persönlich sehr wichtig”.

“Van der Bellen hat sich mehrfach deutlich zur Mitverantwortung Österreichs an der Shoah bekannt und hat sich immer vehement gegen jedweden Antisemitismus ausgesprochen. Mit dieser Reise möchte er die besondere Verbundenheit mit Israel betonen”, erklärte die Präsidentschaftskanzlei gegenüber der APA.

(APA/Red)

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