ÖGB: Anspruch auf 4-Tage-Woche wird Schwerpunkt in Herbstlohnrunde

Verhandlungen rund um 4-Tage-Woche bei den Herbstlohnrunden.
Verhandlungen rund um 4-Tage-Woche bei den Herbstlohnrunden. ©APA/HERBERT NEUBAUER
Bei der Herbstlohnrunde liegt ein Schwerpunkt bei der Durchsetzung der Vier-Tage-Woche mti einem Rechtsanspruch für Arbeitnehmer, wie ÖGB-Präsident Wolfgang Katzian am Montag im "ORF-Morgenjournal" ankündigte.

Aber es sei auch klar, "dass wir jetzt hohe Lohnabschlüsse brauchen", da die Inlandsnachfrage die Konjunktur stabilisiere. Man könne da nicht auf eine Steuerreform 2022 warten.

60-Stunden-Woche wurde als schlechtes Gesetz bewertet

Das aktuelle Arbeitszeitgesetz, das 12-Stunden-Tage und 60-Stunden-Wochen erlaubt, werde in einer aktuellen Untersuchung von 83 Prozent der Arbeitnehmer als schlechtes Gesetz bewertet, sagte Katzian. Unverändert wolle die Gewerkschaft, dass das Gesetz in der vorliegenden Form zurückgenommen und neu verhandelt wird, auch weil eine Vielzahl von Themen nicht geregelt seien. Im Gegensatz zu früher müsse jetzt bei langer Arbeitszeit der Betriebsrat nicht mehr eingebunden werden, das heiße in der Praxis gebe es weniger Demokratie und weniger Mitbestimmung, "das ist in Wirklichkeit ein Schritt zurück ins Mittelalter", so Katzian. Über 30 Prozent der Unternehmen nutzten den 12-Stunden-Tag und über 50 Prozent der Arbeitnehmer sagten, "der Druck steigt extrem". Das bedeute auch eine Gefährdung der Gesundheit.

Abgesehen davon, dass auch jetzt im Wahlkampf Forderungen erhoben werden, dass es den 12-Stunden-Tag und die 60-Stunden-Woche nicht geben soll, "brauchen wir auf jeden Fall Maßnahmen für den Schutz der Gesundheit", sagte Katzian. Im Sommer habe es den ersten Toten im Zusammenhang mit der Hitze gegeben, das könne wohl keine Partei einfach wegwischen.

(APA/red)

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