Obdachlosen-Mord in Wien: Psychologisches Gutachten liegt vor

Das psychologische Gutachten im sogenannten Obdachlosen-Mord vom ver-gangenen Sommer in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus, das Dr. Joachim Maly über den mutmaßlichen Täter Robert A. verfasst hat, liegt nun vor.

Wie das Wochenmagazin “News” in seiner am Donnerstag erscheinenden Ausgabe berichtet, resümiert der Psychologe: “Bei dem Untersuchten liegt eine schwere Persönlichkeitsstörung mit hohen Anteilen einer zwanghaften, schizoiden, histrionischen, narzisstischen, emotional-instabilen und antisozialen Störung vor.”

Der nun 20-jährige Robert A. soll in einer als Notschlafstelle verwendeten kleinen Wohnung in der Reichsapfelgasse einen 49-Jährigen mit einer Hantel erschlagen und einem Springermesser aufgeschlitzt haben. Danach soll er Organe der Leiche auf einem Teller angerichtet haben. Die Gerichtsmedizin hat festgestellt, dass keine Organe aus Brust- und Bauchbereich, aber Schädelmasse und ein Teil der Zunge aus dem völlig zerschmetterten Kopf entnommen worden waren.

Um die Bluttat gab es wiederholt Spekulationen um eine Kannibalismus-Komponente. Diese dürften nun durch den “News”-Bericht weiter geschürt werden. Maly soll der Verdächtige demnach gestanden haben, vom Gehirn seines Opfers gekostet zu haben. Weder der Universitätsprofessor noch der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Gerhard Jarosch, noch Robert A.’s Verteidiger Philipp Winkler wollten dazu Stellung nehmen.

Unklar ist auch, wann der Prozess stattfinden soll. “News” berichtete von einem Termin im Mai. Das sei noch völlig offen, sagte Winkler der APA. “Wir haben noch nicht einmal eine Anklageschrift.”

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