Notstand auf den Malediven aufgehoben

Nach knapp einer Woche hat die Regierung den Notstand auf den Malediven wieder aufgehoben. Die Sicherheitslage mache den Ausnahmezustand nicht länger erforderlich, teilte Präsident Abdulla Yameen am Dienstag in einer vom Generalbundesanwalt Mohamed Anil verlesenen Erklärung mit.


Mit der Aufhebung habe der Präsident auch mögliche negative Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaft des Landes verhindern wollen, sagte Anil. Yameen hatte in der vergangenen Woche für 30 Tage den Notstand ausgerufen, nachdem mutmaßliche Anschlagspläne auf ihn entdeckt worden waren.

Nach einer Explosion auf dem Schnellboot des Präsidenten im September war vergangenen Monat Vizepräsident Ahmed Adheeb festgenommen worden. Ihm wird vorgeworfen, in den mutmaßlichen Anschlag auf den Präsidenten verwickelt zu sein. Der Präsident überlebte die Explosion unversehrt, seine Frau wurde am Rücken verletzt.

Die internationale Gemeinschaft hatte sich über die Verhängung des Notstands auf den Malediven besorgt gezeigt. Die Regierung dürfe den Ausnahmezustand nicht dazu verwenden, um freie Meinungsäußerung zu unterdrücken und andere Menschenrechte zu beeinträchtigen, erklärte die Organisation Amnesty International.

In dem bei Touristen beliebten mehrheitlich muslimischen Staat, in dem radikale Islamisten zuletzt an Einfluss gewannen, gelten Teile des islamischen Rechts, der Scharia. Im Oktober wurde ein Steinigungsurteil gegen eine Frau wegen Ehebruchs vom Höchstgericht aus formalen Gründen aufgehoben. Für dieses “Vergehen” sind in der Regel Stockschläge vorgesehen.

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