Notarzt in Obersteiermark kam nicht - betagte Frau gestorben

Die Dame wurde zum Rettungswagen getragen und ins LKH gebracht
Die Dame wurde zum Rettungswagen getragen und ins LKH gebracht ©Bilderbo
Nach dem Tod einer 78 Jahre alten Frau im obersteirischen Eisenerz - sie war in ihrer Wohnung kollabiert und wenig später nachdem sie ins LKH gebracht worden war, verstorben - herrschte in der Region Aufregung, weil kein Notarzt eingesetzt worden war.

Rotkreuz-Sprecher August Bäck bestätigte Berichte der “Kleinen Zeitung” und anderen Medien und sprach sein tiefes Bedauern und volles Mitgefühl aus.

Ein Notruf beim Roten Kreuz vor einigen Tagen hatte dahin gehend gelautet, dass in Eisenerz (Bezirk Leoben) eine ältere Dame mit Herz-Kreislauf-Problemen in ihrer Wohnung zusammengebrochen sei. Ein Rettungsoffizier, ein Sanitäter und ein Zivildiener der RK-Ortsstelle Eisenerz hätten sofort mit den Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen und über die Landesleitstelle Graz einen Notarzt angefordert. Dieser sei aber laut dem Ortsstellenleiter nicht gekommen, weil es eine Notiz in den Dispositionsunterlagen aus früherer Zeit gegeben habe. Demnach sei die Ambulanz am Eisenerzer LKH rund die Uhr geöffnet und auch zwei Gemeindeärzte stünden zur Verfügung. Deshalb gab es die – veraltete – Anweisung, dass keine Notarztfahrten nach Eisenerz durchgeführt werden. Seit 1. Juli ist die Ambulanz allerdings im Zuge der Sparmaßnahmen nur noch acht Stunden pro Tag geöffnet.

Tragische Umstände mit tragischem Ausgang

Unglücklicherweise seien auch die beiden Ärzte nicht zu erreichen gewesen, die Dame wurde zum Rettungswagen getragen und ins LKH gebracht. Wenig später starb sie. Im Krankenhaus selbst sei ein Arzt gewesen, so Bäck auf APA-Anfrage. Und in den Disponentenunterlagen stehe, “was im Rettungseinsatz gelebte Praxis ist”, so Bäck, unter anderem auch Anweisungen für Fahrtwege. Es seien leider tragische Umstände mit einem sehr tragischen Ausgang gewesen, so Bäck, man wolle ja Leid lindern und keines anrichten.

Politische Diskussion um medizinische Versorgung

Aktualität erhielt der Fall durch die in der Steiermark seit einigen Jahren schwelende politische Diskussion um die medizinische Versorgung der Bevölkerung bzw. Zusammenlegung von Spitälern und Schließung einzelner Abteilungen. Die Eisenerzer Bürgermeisterin Christine Holzweber sprach laut “Kleine Zeitung” von einem “Skandal, der aufzeigt, wie schlecht derzeit die medizinische Versorgung in Eisenerz” sei. Seit Monaten bemühe man sich erfolglos um einen dritten praktischen Arzt. Man brauche eine gesamtmedizinische Lösung.

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