Norwegischer Attentäter Breivik soll als Kind missbraucht worden sein

"Ich fürchte, dass Breivik Dinge erleben musste, mit denen er nicht hätte leben sollen"
"Ich fürchte, dass Breivik Dinge erleben musste, mit denen er nicht hätte leben sollen" ©dapd
Der norwegische Massenmörder Anders Behring Breivik soll als Kind sexuell missbraucht worden sein, berichtet der norwegische Rundfunk NRK. Der Sender beruft sich auf ein psychologisches 230 Seiten umfassendes Gutachten über Breiviks Zurechnungsfähigkeit, das am heutigen Dienstag dem Gericht übergeben werden soll. Als Breivik vier Jahre alt war, habe der damals untersuchende Psychologe vorgeschlagen, den Buben aufgrund des Verdachts von sexuellem Missbrauch in einer Pflegefamilie unterzubringen, so NRK.

Der Sender hat mehrere Personen befragt, die miteinander übereinstimmend erklärten, dass Breivik als Kind streng behandelt worden sein soll. “Damals wurde noch nicht viel über sexuellen Missbrauch von Kindern gesprochen. Ich fürchte, dass Breivik Dinge erleben musste, mit denen er nicht hätte leben sollen”, erklärte ein Bekannter der Familie.

Breiviks Verteidiger schockiert

Breivik hatte am 22. Juli eine Bombe im Osloer Regierungsviertel gezündet und danach ein Massaker auf der norwegischen Insel Utoya verübt. Insgesamt kamen bei dem Anschlag 77 Menschen ums Leben.

Breiviks Verteidiger Geir Lippestadt zeigte sich schockiert von dem psychologischen Gutachten. Seiner Meinung nach ist Breivik unter Bedingungen aufgewachsen, die große Bedeutung für das laufende Gerichtsverfahren hätten.

(APA)

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