Nordkorea: Lösung des Atomstreits

Nordkorea hat zu Beginn des neuen Jahres das Ziel einer friedlichen Lösung des Konflikts um sein Atomprogramm bekräftigt.

Die Koreanische Demokratische Volksrepublik werde allerdings „immer mit der unnachgiebigsten Politik auf die US-Politik der harten Linie reagieren“, mit der ihr politisches und wirtschaftliches System bedroht werde, hieß es am Donnerstag in einer Neujahrsbotschaft in Form eines gemeinsamen Leitartikels der drei wichtigsten staatlichen Zeitungen. Am Vortag hatte Pjöngjang den USA erneut vorgeworfen, als Vorbereitung für einen Angriff Aufklärungsflugzeuge in den nordkoreanischen Luftraum zu schicken.

„Konsequent ist unsere prinzipielle Einstellung, eine friedliche Verhandlungslösung für den Atomstreit zwischen der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik und den USA anzustreben“, hieß es in dem von der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Artikel. Die Lage auf der koreanischen Halbinsel habe allerdings eine „ernste Phase wegen der feindseligen Politik der USA erreicht“.

Wenige Tage zuvor hatte Pjöngjang nach chinesischer Vermittlung einer Wiederaufnahme von sechsseitigen Gesprächen zu Beginn des neuen Jahres zugesagt. Ein Termin wurde bisher nicht festgelegt. Die erste Sechserrunde unter Beteiligung der beiden koreanischen Staaten, der USA, Chinas, Russlands und Japans war im August ohne Ergebnis geblieben. Pjöngjang forderte von Washington wirtschaftliche und andere Konzessionen für den Ausstieg aus dem Nuklearprogramm. Die USA verlangten jedoch bisher zuerst die nachweisbare Einstellung des Programms.

Allein im Dezember hätten die USA mindestens 180 Spionageeinsätze über der koreanischen Halbinsel geflogen, hieß es am Mittwoch in einem KCNA-Bericht. „Diese Spionageflüge zeigen deutlich, dass die US-Imperialisten die Gelegenheit zu einem Überraschungsangriff auf die Volksrepublik abwarten.“ Gleichzeitig mit der Kritik an den Großmanövern amerikanischer Streitkräfte in Südkorea hatte Nordkorea den USA in den vergangenen Monaten wiederholt ähnliche Vorwürfe gemacht. In Südkorea sind 37.000 US-Soldaten stationiert. Die nordkoreanischen Streitkräfte werden in der Neujahrsbotschaft aufgefordert, zur „Stärkung der antiimperialistischen Front“ die „größten Anstrengungen“ zu unternehmen.

Es gehe um die „legitime Selbstverteidigung zum Schutz der Souveränität und des Existenzrechts der Nation sowie um Frieden und Stabilität in der Region“. Das Beispiel Irak zeige, dass der „Aggression“ der USA mit einer „Politik der Stärke“ begegnet werden müsse, um die Souveränität der Nation und den Weltfrieden zu erhalten. „Die Feinde werden unvermeidliche Schläge erleiden, wenn sie uns einen wie auch immer gearteten Krieg aufzwingen“.

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