Nordkorea fordert 500.000 Tonnen Reis

Südkorea und Nordkorea haben am Mittwoch ihre Gespräche über Familienzusammenführungen fortgesetzt.

Bevollmächtigte der Rot-Kreuz-Organisationen und der beiden Regierungen verhandeln darüber, wie häufig sich Verwandte, die im Koreakrieg 1950-53 getrennt wurden, künftig treffen können. Die südkoreanische Seite hat am Dienstag vorgeschlagen, regelmäßige Treffen ein Mal pro Monat zu ermöglichen. Die nordkoreanischen Delegierten sprachen ihrerseits von drei bis vier Familienzusammenführungen im Jahr.

Seine Zustimmung knüpfte Nordkorea allerdings an Bedingungen. Unter anderem soll sich Südkorea wieder stärker humanitär im Norden engagieren, zum Beispiel in Form umfangreicher Lebensmittellieferungen. Am Dienstag hatte Südkorea ein Schiff mit einer Ladung von 5.000 Tonnen Reis für nordkoreanische Flutopfer auf den Weg geschickt. Es war die erste derartige Lieferung seit fast drei Jahren. Nordkorea habe Lebensmittelhilfe von 500.000 Tonnen Reis und zudem 300.000 Tonnen Dünger von Südkorea gefordert, sagte ein südkoreanischer Regierungsvertreter am Mittwoch am zweiten Tag der Verhandlungen in der nordkoreanischen Stadt Kaesong. Erst vergangene Woche hatten die Vereinten Nationen vor einer drohenden neuen Hungerkrise in Nordkorea gewarnt.

Familienzusammenführungen waren nach dem Besuch des verstorbenen südkoreanischen Präsidenten Kim Dae-jung beim nordkoreanischen Führer Kim Jong-il in Pjöngjang im Jahr 2000 vereinbart worden. Kim Dae-jung hatte für seine Versöhnungspolitik den Friedensnobelpreis erhalten. Seitdem konnten sich mehr als 20.000 Menschen wiedersehen. Das Programm war vor einem Jahr nach zweijähriger Unterbrechung wieder aufgenommen worden, aber nach dem Untergang eines südkoreanischen Kriegsschiffs im März wieder stillgelegt worden. Südkorea macht den Norden für den Untergang verantwortlich, bei dem 46 südkoreanische Seeleute starben. Nordkorea bestreitet jede Verwicklung. Im UNO-Sicherheitsrat hatte China als ständiges Mitglied eine Schuldzuweisung an Nordkorea verhindert.

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