Nord

Norwegen ist extrem wohlhabend, friedlich und reich an wunderschönen Landschaften. Seine Bewohner sind schon längst keine wilden Wikinger mehr, sondern gelten als ausgesprochen friedlich, schließlich werden in der Hauptstadt Oslo ja auch alljährlich die Friedensnobelpreisträger geehrt.

Es gibt sogar Stimmen, die Norweger für ein besonders langweiliges Völkchen halten. Das dem nicht so ist, zeigt die neue norwegische Komödie “Nord”, die am Freitag (12.2.) in die Kinos kommt. Im ersten Spielfilm von Rune Denstad Langlo begegnen die Zuschauer nämlich einer ganzen Reihe von originellen Typen und skurrilen Situationen. In dem schwach besiedelten Königreich wird wenig gesprochen und viel getrunken, das ist auch im Ausland nicht unbekannt. Doch wie viele Absurditäten auf einen gen Polarkreis reisenden jungen Mann warten, das ist nicht nur überraschend, sondern auch fast immer unterhaltsam. Jomar Hendriksen, die Hauptfigur des nur 78-minütigen Films, hat sich aufgemacht, um hoch im Norden seinen kleinen Sohn zu besuchen, von dessen Existenz er erst von seinem alten Freund Lasse erfahren hat.

Lasse ist eigentlich Jomars Feind, seitdem er mit dessen Freundin Linnea, der Mutter des Jungen, durchgebrannt war. Also prügeln sich die beiden erst einmal kräftig bei ihrer Wiederbegegnung, danach zündet Jomar das Lifthäuschen an, in dem der ehemalige Skiprofi nach einem Unfall latent depressiv Geld verdient. Der 30-jährige Hitzkopf mit Übergewicht bricht auf solch drastische Weise alle Brücken hinter sich ab und beginnt seine weite Reise auf einem Motorschlitten, der ihn in die schier unendliche Schneelandschaft des Landes befördert. Jomar hat zwar einige Liter Alkohol im Gepäck, aber keinen Augenschutz. Deshalb wird er schneeblind und verdankt seiner Rettung nur einem neugierigen Teenager namens Lotte.

Lotte lebt mit ihrer verbitterten Großmutter in einem abseits gelegenen Haus. Der merkwürdige Fremde verspricht Abwechslung im eintönigen Alltag der beiden ungleich Bewohnerinnen. Jomar kann sich in einer abgedunkelten Kammer erholen und schließt Freundschaft zu Lotte. Doch die misstrauische Großmutter will den Mann so schnell wie möglich aus dem Haus haben. Traurig schaut die kleine Lotte Jomar hinterher, als dieser mit dem Motorschlitten seine Reise fortsetzt. Weitere Stationen führen Jomar zu einem jungen Bauern mit seltsamen Verhalten, in eine Militärübung und schließlich in ein Zelt mitten in einem Schneefeld.

Dort lebt ein alter lebensmüder Mann in der Tracht der Samen, um auf den Tod zu warten. Davon lässt er sich weder von seiner ihn kurz besuchenden Tochter noch von Jomar abhalten. Der Abgang des Greises ins Jenseits gehört zu den besten und poesievollsten Szenen eines Films, der auf ein Hollywood-Happyend verzichtet, aber Hoffnung vermittelt, dass der zornige Jomar auf der langen Reise zum kleinen Sohn und der verlorenen Geliebten sein inneres Gleichgewicht wieder gefunden hat. Der gewichtige Hauptdarsteller Anders Baasmo Christiansen ist in seiner Heimat ein Star, auch wenn er wahrlich nicht wie ein solcher aussieht. Norwegen besitzt eben Eigensinn, davon kündet der ganze kurze Film “Nord”.

Der Trailer:

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