Nikolaus aus dem Wiener Gemeinderat geworfen

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Die Wiener ÖVP hat am Dienstag die Sondersitzung des Gemeinderates zum Thema "Armut" genutzt, um den Nikolaus aufmarschieren zu lassen. Ziel war es, für den Besuch externer Nikoläuse in den Kindergärten zu werben.

Genutzt hat der Aktivismus samt eines verkleideten Klubmitarbeiters in Ornat und Rauschebart jedoch nicht: Der Volkspartei-Schauspieler wurde vom Vorsitzenden Godwin Schuster (S) mit der Begründung des Saales verwiesen: “Heute ist nicht Nikolaus”.

Auch der Resolutionsantrag der ÖVP, in den städtischen Kindergärten den Besuch von externen Nikoläusen zuzulassen, scheiterte an den Stimmen von SPÖ und Grünen. Dabei gelte es, “das gute Brauchtum nicht in kitschiger Weise, sondern in tiefsinniger Weise an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben”, so VP-Mandatar Wolfgang Aigner.

Er verstehe nicht, weshalb der Nikolaus in einen Sondergemeinderat zum Thema “Armut” keinen Platz finden sollte, verteidigte Aigner seinen Exkurs. “Dabei könnte die Figur des Nikolaus gerade in Zeiten steigender Armut als Symbol für Großzügigkeit und für den Einsatz für die Armen gedeutet werden”, heißt es in der Antragsbegründung. Es sei mithin ein völlig falsches Signal, die historische Figur nicht in den Kindergärten zuzulassen und lächerlich, diese als “Angstmacher” zu bezeichnen.

Anders als der ÖVP-Antrag fand ein ebensolcher der SPÖ die Mehrheit, in welchem betont wird, dass die Wiener Kindergärten seit 30 Jahren zufrieden ohne “kommerziellen Miet-Nikolaus” das Fest feiern würden. “Die Diskussion jetzt zu einer ideologischen Frage hoch zu stilisieren und auf Kosten von Kindern politisch punkten zu wollen, ist niederträchtig”, beschied SPÖ-Mandatar Jürgen Wutzelhofer.

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