Nigeria meldete Befreiung weiterer 25 Boko-Haram-Geiseln

Die ersten Bissen Brot in Freiheit
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Die nigerianische Armee hat nach eigenen Angaben 25 weitere Geiseln aus der Gewalt der Islamistengruppe Boko Haram befreit. Wie der Generalstab am Mittwoch mitteilte, wurden bei dem Einsatz im Sambisa-Wald im nordöstlichen Bundesstaat Borno am Dienstag mehrere Aufständische getötet und sieben ihrer Camps zerstört. 25 Frauen und Kinder wurden demnach in Sicherheit gebracht.


Bei der Rettungsaktion mussten die Soldaten den Angaben zufolge von “Terroristen” angebrachten Landminen ausweichen. Verschiedene Waffen und einige Fahrzeuge seien beschlagnahmt oder zerstört worden. Unter den Soldaten habe es vier Verletzte gegeben. Die Armee werde ihre Suche nach “Terroristen, Waffen und Geiseln” fortsetzen, hieß es weiter.

Bereits in den vergangenen Tagen hatten die nigerianischen Streitkräfte eigenen Angaben zufolge mehr als 700 Geiseln aus der Gefangenschaft der Rebellengruppe befreit. Von ihnen wurden 275 Frauen und Kinder in Krankenhäuser und Camps in Yola im benachbarten Bundesstaat Adamawa gebracht.

Das Militär konnte bisher nicht sagen, ob unter den Befreiten auch einige der von Boko Haram im April 2014 verschleppten Schülerinnen aus der Stadt Chibok sind. Die Verschleppung von zunächst 276 Schülerinnen hatte weltweit für Bestürzung gesorgt. Von ihnen befanden sich zuletzt noch 219 in der Gewalt der Islamisten.

Der scheidende Präsident Goodluck Jonathan war damals für seine zögerliche Reaktion auf die Entführung scharf kritisiert worden. Sein Ende März gewählter Nachfolger Muhammadu Buhari kündigte ein entschiedenes Vorgehen an, um die Islamistengruppe zu besiegen. Der frühere Militärmachthaber tritt sein Amt Ende Mai an.

Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International entführte Boko Haram seit Anfang 2014 im Norden Nigerias mindestens 2.000 Frauen und Mädchen. Frühere Geiseln berichteten von Zwangsverheiratungen, sexuellem Missbrauch und erzwungenen Kampfeinsätzen für die Islamisten.

Boko Haram kämpft mit Gewalt für einen islamischen Staat im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 15.000 Menschen. Das nigerianische Militär wird im Kampf gegen Boko Haram von Truppen aus den Nachbarländern Kamerun, Niger und Tschad unterstützt.

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