Nie mehr wieder Österreich!

Selbst Politiker haben weniger Feinde als Österreichs erfolgreichster Schwimmer. Also packte Markus Rogan seine Koffer und zog nach Los Angeles. Vielleicht für immer. Wie sein neues Leben aussieht? Wir haben die Details.

Manchmal hilft es nichts, Dinge schönzureden. Manchmal muss man den Tatsachen einfach ins Auge sehen. Heißt man Markus Rogan, kann der Klick auf das weltgrößte Sozialnetzwerk Facebook momentan aber ganz schön wehtun. Drei Fanseiten wurden dort für den Schwimmer eingerichtet ? eine pro, zwei kontra Rogan. Und die Mitglieder haben ihre Wahl getroffen: 131 sind für, satte 2.165 gegen ihn. Das sieht nicht gerade gut aus, spiegelt aber leider auch seinen Beliebtheitsgrad in der Heimat wider. Deshalb hat Markus Rogan auch bereits die Konsequenzen gezogen: Vor wenigen Wochen, kurz nachdem er nach seinem WM-Einsatz in einer römischen Disco ein blaues Auge davongetragen hatte, kehrte der 27-Jährige seiner Heimat den Rücken.

Arrogant und selbstverliebt

Er brach die meisten Kontakte zu Wien ab und begann in den USA, genauer gesagt in Los Angeles, ein neues Leben. “Und ich schließe nicht aus”, mutmaßt sein Manager Ronald Leitgeb, der ihn auch weiterhin von Österreich aus betreuen wird, “dass er für immer drüben bleibt.” Man kann es ihm irgendwie nicht verdenken. Insgesamt 27 Medaillen hat der Wiener im Laufe seiner bisherigen Karriere für Österreich gewonnen. Zweimal holte er Olympia-Silber, einmal WM-Gold auf der Kurzbahn. Während anderen dafür Denkmäler gebaut werden, erntete der erfolgreichste österreichische Schwimmer nur Spott und Hohn.

Siebengescheit sei er, zu arrogant und selbstverliebt. “Natürlich kränkt mich das”, gab der sensible Sportler im Vorjahr im “Seitenblicke”-Interview zu. “Ich habe lange geglaubt, ich kann machen, was ich will, mich lieben eh alle. Aber inzwischen weiß ich längst, dass du nicht überall beliebt sein kannst, wenn du ein Profil haben willst.” Markus Rogan hat sich fürs Profil entschieden. Und somit (vorerst) gegen Österreich.

Comeback als Goldfisch

In nächster Zeit ist jedenfalls kein Heimatbesuch geplant, “der nächste steht mehr in den Sternen denn je”, sagt Leitgeb. “Hier hat man Stücke von ihm heruntergerissen” ? und zuweilen auch Dinge in ein falsches Licht gerückt. So zum Beispiel auch die Causa rund um seinen Sponsor und Arbeitgeber Raiffeisen (Rogan absolvierte bei der Wiener Landesbank eine Ausbildung zum Banker), der den einstigen Goldfisch nach dem Rom-Vorfall angeblich “entsorgte”. Was Marketingchef Leodegar Pruschak entschieden dementiert: “Der Vorfall war nicht entscheidend. Was das Sponsoring betrifft, konnte ich mich für ihn nicht einsetzen, da er nicht mehr in Österreich lebt und somit hier nicht mehr präsent ist. Was die Ausbildung betrifft, kann man die ohne den Auszubildenden nun einmal nicht fortsetzen. Von Rausschmiss kann aber keine Rede sein.”

Der “Angeklagte” selbst hat von dem jüngsten Wirbel rund um seine Person ohnehin wenig mitbekommen. Er meidet einschlägige Internetseiten, telefoniert nur mit ausgesuchten Freunden, macht den Flugschein für kleinere Privatjets ? und konzentriert sich sonst voll und ganz auf sein Comeback als Goldfisch. Leitgeb, zuversichtlich: “Momentan ist sein einziges Ziel, wieder den Anschluss zur Weltspitze zu bekommen. Und dafür braucht er die richtige Umgebung, einen Platz, wo er sich zu hundert Prozent wohlfühlt.” Österreich ist das momentan ganz bestimmt nicht.

(Seitenblicke Magazin/Foto: Roland Unger)

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