Nichtrauchertag: Krebshilfe schlägt Alarm

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Krebshilfe Österreich: "Pro Tag sterben bis zu drei Österreicher an den Folgen des Passivrauchen." Am Weltnichtrauchertag will man aufklären und fordert strengere Rauchergesetze in Österreich.

Täglich sterben zwei bis drei Österreicher an den Folgen von Passivrauchen, warnte Facharzt Reinhard Kürsten anlässlich des Weltnichtrauchertags am Mittwoch. Gemeinsam mit der Österreichischen Krebshilfe hat der Arzt ein Broschüre initiiert, die über gesetzlichen Nichtraucherschutz und gesundheitliche Folgen von Passivrauchen informiert. Unterstützt wird das Projekt, das am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, von Schauspielerin Christiane Hörbiger.

Pro Jahr werden durch Passivrauchen etwa 1.000 Menschen getötet, sagte Kürsten. 300 davon sind Nichtraucher, wie in einer europäischen Studie errechnet wurde. Todesursache Nummer eins dabei seien Herzinfarkte, gefolgt von Schlaganfällen. Pro Jahr sterben etwa sieben Angestellte in Gastronomie-Betrieben an Folgen von Passivrauchen, so Kürsten. Während in anderen öffentlichen und geschlossenen Räumen Maßnahmen zum Schutz von Nichtrauchern getroffen würden, sei diese Berufsgruppe „diskriminierend” davon ausgeschlossen.

Auch Lüftungsanlagen könnten das Problem nicht lösen, da giftige Gase im Raum zurückblieben, meinte Kürsten. Schutz für die Gastronomie-Angestellten biete ein generelles Rauchverbot. Zigarettenrauch enthalte über 60 Krebs erregende Substanzen, erklärte der Arzt. Diese Stoffe gelangen sowohl durch den ausgeatmeten Qualm der Raucher als auch durch das bloße Verbrennen des Tabaks in die Atemluft. Die glimmende Zigarette verursacht dabei 85 Prozent der Schadstoffe, so der Experte. Die Konzentration der giftigen Substanzen darin sei – verglichen mit ausgeatmetem Rauch – bis zu hundertfach höher.

Sie habe einen Ehemann durch die Folgen des Rauchens verloren und früher auch selbst geraucht, berichtete Christiane Hörbiger. Eine Aufforderung von Kollegin Elfriede Ott und beginnende Schmerzen hätten sie schließlich zum Aufhören bewogen. „Ich bin heute eine glückliche Nichtraucherin”, sagte die Schauspielerin. „Ich bekomme allerdings Aggressionen gegen Lokale, wo geraucht wird.” Es gebe keine rauchfreien Lokale, in die sie mit ihrem Enkelkind gehen könne.

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