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Nicht mein Tag - Trailer und Kritik zum Film

Till Reiner (Axel Stein) führt ein geregeltes Leben als Bankangestellter, Vater eines kleines Sohnes, Ehemann und Neubaubesitzer. Doch dann tritt Nappo (Moritz Bleibtreu) in sein Leben, ein Kleinganove, der ihn erst zur Geisel, dann zum Komplizen und schließlich zum Kriminellen macht. Alle Spielzeiten auf einen Blick

Peter Thorwarth hat den Roman “Nicht mein Tag” vom “Stromberg”-Autor Ralf Husmann verfilmt. Ab 17. Jänner im Kino. Till verströmt Langeweile, wie er da an seinem Bankberater-Schreibtisch sitzt: randlose Brille, ordentlicher Kurzhaarschnitt, dunkler Anzug. Die Jubiläumsfeier für den Kollegen, bei der alle ein Papphütchen auf dem Kopf haben, passt in diese Spießigkeit. Immerhin das künstlerische Chaos im Neubau-Eigenheim sticht da zumindest in Ansätzen heraus. Tills Frau Miriam (Anna Maria Mühe) versucht sich als Handtaschen-Designerin.

Nicht mein Tag: Die Geschichte

Als eines Tages der Ex-Knacki Nappo in der Bank auftaucht und ohne jegliche Sicherheiten um einen Kedit für einen Oldtimer bittet, ahnt Till noch nicht, dass dieser Typ sein Leben verändern wird. Denn natürlich bekommt Nappo keinen Kredit und kommt stattdessen wenig später als maskierter Bankräuber zurück. Während die Kollegen schon auf dem Boden liegen, erhält Till noch von Miriam die Anweisung, am Abend eine Gurke mitzubringen – eine der seltenen komischen Szenen. Wenig später stellt er sich schützend vor seine Kollegin und wird kurzerhand zur Geisel, die Nappo im eigenen Auto zur Flucht verhilft.

Mit dem sauberen Spießer und dem volltätowierten Proll prallen natürlich Gegensätze aufeinander, zwei Menschen ohne jegliche Sympathie für den jeweils anderen. Till soll ein Kaninchen erlegen, damit sie etwas zu essen haben, und auch die Zubereitung übernehmen. Er ist schließlich der Luschi, der unter dem Pantoffel der Frau steht. Die übrigens ärgert sich zwar über das Nichterscheinen ihres Mannes, sorgt sich aber nicht weiter. Die Nachrichten über den brutalen Banküberfall sind an ihr vorbeigegangen. Und als Till sie irgendwann anrufen darf, hört sie kaum zu und legt wenig später auch schon auf. Eheroutine eben.

Nicht mein Tag: Die Kritik

Natürlich wird Till lockerer und beginnt seinen Ausbruch zu genießen. Nappo respektiert ihn zwar noch immer nicht, nimmt die juristischen Ratschläge, die er ihm bei einem Autokauf von dem dubiosen Langen (Ralf Richter) gibt, aber gerne an. Und irgendwie stecken sie plötzlich gemeinsam in einer ganz anderen Geschichte mit drei Schwerverbrechern in Amsterdam – und Till blüht auf. Nicht nur das. Völlig unbeirrt bringt er die Ganoven um eine Menge Geld. Ein nicht ganz ungefährliches Unterfangen.

Es verwundert wenig, dass Peter Thorwarth die Geschichte als derbe Action-Komödie, angesiedelt irgendwo im Ruhrpott, anlegt. Sein Kinodebüt und Auftakt der Unna-Trilogie, “Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding” (1999), hat schließlich inzwischen Kultstatus erreicht. Mit Ralf Husmann verfilmt er nun das Werk eines Mannes, der mit der “Stromberg”-TV-Produktion ebenfalls Kult geschaffen hat, und Moritz Bleibtreu stellt nicht zum ersten Mal unter Beweis, dass er hervorragend den dumpfen Proll verkörpern kann. Sichere Bank eben, die aber geht nicht auf.

Denn Thorwarth setzt auf die Konstanten in der deutschen Komödienlandschaft und tappt in genau die Falle, in die sein Held nicht tappt. Till erfindet sich neu, weiß seine Konstanten wieder zu schätzen und startet mit Altbewährtem neu. Das macht zwar weder die Geschichte noch den Film besser. Doch die Erkenntnis hätte auch Thorwarth gut getan.

(APA)

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