New York: Streik ist zu Ende

Aufatmen bei Pendlern und Touristen in New York: Die Mitarbeiter des öffentlichen Nahverkehrs beendeten nach drei Tagen ihren Streik. 

Unter dem wachsendem Druck von Justiz und Öffentlichkeit hatten sich die Beschäftigten am Donnerstag bereit erklärt, ihren Streik zu beenden, mit dem gegen geplante Neuregelungen bei den Renten protestieren wollten. Gelöst ist der Tarifstreit aber noch nicht. Nach Angaben eines Vermittlers einigten sich die Gewerkschaft und die Nahverkehrsgesellschaft MTA auf weitere Verhandlungen, die 33.000 Beschäftigten sollten dafür ab der nächsten Schicht wieder arbeiten. Gouverneur George Pataki sprach am Donnerstag von einer positiven Nachricht für alle New Yorker. Er hatte die Wiederaufnahme von Gesprächen von einem Ende des Ausstands abhängig gemacht.

Der Streik kostete die Stadt allein am ersten Tag schätzungsweise 400 Millionen Dollar (338 Mio. Euro) an entgangenen Einnahmen, Millionen Menschen mussten nach Alternativen für still stehende Busse und Bahnen suchen. Viele Pendler bildeten Fahrgemeinschaften, andere stiegen auf das Fahrrad oder Rollschuhe um oder gingen einfach zu Fuß. Ein Richter hatte wegen des Ausstands eine Geldstrafe von einer Million Dollar (845.881 Euro) pro Tag gegen die Gewerkschaft verhängt und wollte auch eine Inhaftierung von Funktionären nicht ausschließen. Die Einigung am Donnerstag wurde wenige Minuten vor einem Gerichtstermin erzielt, bei dem drei Gewerkschaftsführer erklärten sollten, wieso sie den Streik entgegen der gerichtlichen Anordnung weiterführten.

Ungeachtet eines Gesetzes, das ihnen Streiks verbietet, hatte die Gewerkschaft die Beschäftigten zur Arbeitsniederlegung aufgerufen, nachdem der Tarifvertrag in der vergangenen Woche ausgelaufen war. Es war der erste Streik seit 25 Jahren.

Der 27-jährige Jeffery Simmons wollte in der Nacht eigentlich nach einem Bus suchen, der ihn zu Freunden bringen sollte. Dann hörte er vom Ende des Ausstands und machte sich auf den Weg zur U-Bahn-Station. Dort war er der erste und konnte ohne Gedränge einsteigen. „Es war merkwürdig, der erste im ganzen Zug zu sein.“ Der Obdachlose Vance Vannerman hat nun wieder einen Platz zum Schlafen. „Jetzt habe ich meine Wohnung wieder“, sagte er in der Früh.

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