Neujahrskonzert: Premieren für Haydn, Barenboim, Blu-ray

Mit "einer Menge an Premieren" gehen die Philharmoniker ins neue Jahr. Daniel Barenboim steht erstmals beim Neujahrskonzert am Pult, unter den traditionellen Namen der Familie Strauß und Josef Hellmesbergers findet sich auch Joseph Haydn.

Auch die Balletteinlagen, choreographiert von Vladimir Malakhov, stehen im Zeichen Haydns: Brian Large, in dessen Händen wieder die Regie des Konzertereignisses im ORF liegt, drehte diesmal auf Schloss Esterhazy in Eisenstadt. Der zweite kulturelle Jahresschwerpunkt, die Europäische Kulturhauptstadt Linz, steht im Zentrum des Pausenfilms von Felix Breisach. Dabei sind die Wiener Philharmoniker in verschiedenen Kammermusik-Konstellationen vertreten: So spielt etwa das Küchl-Quartett am Dach des Lentos Museums, im Stahlwerk der Voest gelangt ein Werk für Schlaginstrumente des Philharmoniker-Paukisten Bruno Hartl zur Uraufführung. Dirigent Daniel Barenboim kommt im Pausenfilm als Solo-Pianist zum Einsatz.

“Ich weiß, dass die Einladung für das Neujahrskonzert nicht nur mit guten musikalischen Erfahrungen zu tun hat, sondern auch mit persönlicher Zuneigung – und das schmeichelt mir sehr”, sagte Barenboim. Er habe mit den Philharmonikern schon bisher immer wieder Strauß-Zugaben gespielt, “aber diese genaue Auseinandersetzung mit seinem Werk für ein ganzes Programm war sehr interessant”. Bei der ersten Probe gestern sei er berührt gewesen, “wie offen und verfügbar das Orchester ist.” Es gebe keinen Komponisten, der mit einem Klangkörper so eng verbunden sei wie Johann Strauß mit den Philharmonikern. “Auch wenn es natürlich leichter ist, ein Programm zu dirigieren, dass das Orchester nicht so gut kennt.”

Barenboims Berliner Heimat kommt man im Programm schon mit dem ersten Stück, der Ouvertüre zu “Eine Nacht in Venedig”, entgegen, die als einzige Strauß-Operette in Berlin uraufgeführt wurde. Das “Märchen aus dem Orient”, das es zum ersten Mal auf das Neujahrs-Programm geschafft hat, erinnert an Barenboims Engagement um Dialog im Nahen Osten. “Mit dem West-Eastern Divan Orchester hat er selbst ein modernes Märchen geschrieben”, so Hellsberg, an das man gerade in diesen Tagen erinnern wolle. Mit den “Rosen aus dem Süden” schließlich kommt man einem Wunsch von Barenboims Gattin nach.

Joseph Haydn, der mit der “Abschiedssymphonie” erstmals beim Neujahrskonzert vertreten ist, beziehungsweise dessen langjährigen Arbeitgebern, der Fürsten Esterhazy, gedenkt der zweite Programmteil insgesamt mit einem starken ungarischen Anteil an Strauß-Kompositionen, allen voran dem “Zigeunerbaron”.

Vor fünfzig Jahren wurde das Neujahrskonzert erstmals im ORF-Fernsehen gezeigt, erst vor wenigen Wochen einigten sich die Philharmoniker und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz auf die weitere Zusammenarbeit bis 2012. Live übertragen wird sowohl in ORF 2, als auch auf Ö1. Barbara Rett führt im Fernsehen durch den Vormittag, an dem schon um 9.35 Uhr die Dokumentation “Die Welt der Wiener Philharmoniker” gezeigt wird, gefolgt vom traditionellen Blick hinter die Kulissen um 10.35 Uhr, ehe um 11.15 Uhr das Konzert beginnt. Am Dreikönigstag (6. Jänner) wird das gesamte Konzert sowie der Pausenfilm zum ersten Mal vollständig wiederholt, 3sat bringt beides am 3. Jänner (20.15 Uhr).

Erst kürzlich erneuert wurde auch der Vertrag mit dem Musiklabel Decca bis 2011, wo das Neujahrskonzert heuer erstmals auch im Blu-ray-Format erscheinen wird. Schon ab dem 7. Jänner ist die CD erhältlich.

 

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