Neues kostenloses Online-Tool gegen Spielsucht

Glücksspiel wird bei vielen zur Sucht.
Glücksspiel wird bei vielen zur Sucht. ©APA-FOTO: GEORG HOCHMUTH
Glücksspiel und Sportwetten erreichen gerade in Zeiten sportlicher Großereignisse ihren Höhepunkt. Während für viele Menschen der Nervenkitzel rund um die Spiele nur zu diesen besonderen Anlässen genutzt wird, endet er für manche in der Sucht.

Etwa ein Prozent, also rund 64.000 Personen zwischen 14 und 64 Jahren, weisen in Österreich ein problematisches oder pathologisches Spiel- und Wettverhalten auf. Mit genuggespielt.at gibt es nun ein neues Online-Tool, das Menschen bei ihrem Wunsch, ihre Glücksspiel- oder Wettaktivitäten gänzlich zu beenden oder einzuschränken, unterstützt.

Das achtwöchige Online-Selbsthilfeprogramm bestehend aus neun Modulen wurde vom Schweizer Institut für Sucht- und Gesundheitsforschung erstellt und vom Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien für Österreich adaptiert und angeboten. Besonders wichtig: Das Angebot ist absolut anonym und kostenlos.

Sportwetten sind reines Glücksspiel

"Eine suchtfördernde Besonderheit bei Sportwetten stellt die sogenannte Kontrollillusion dar", betont Lisa Brunner, Leiterin des Instituts für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien. "Sportwetten suggerieren, dass gewisse Kompetenzen und angeeignetes Wissen ausschlaggebend für den Spielerfolg sind. Langzeitstudien belegen allerdings, dass auch Sportexperten nicht besser abschneiden, als andere Personen. Dennoch wird diese Illusion gerade in der Werbung oftmals hochgehalten. Gerade mit Beginn der Fußball-EM müssen wir verstärkt darauf aufmerksam machen", erklärt Brunner.

Studie zu Wirksamkeit

Teilnehmer des Programms nehmen gleichzeitig auch an einer Studie unter Leitung des Schweizer Instituts für Sucht- und Gesundheitsforschung teil, die die Wirksamkeit von Reduktionsprogrammen testen soll. Dazu werden Nutzer, die ihr Aktivitäten rund um das Glücksspiel reduzieren wollen oder dies ganz aufgeben wollen, zu Beginn, nach acht Wochen und rund 24 Wochen nach dem Start des Programms anhand eines standardisierten Online Fragebogens anonym befragt.

(APA/Red)

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